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Das Titelbild zeigt Roya mit einem lila Kopftuch neben vielen streng blickenden anderen Frauen mit dunklen Kopftüchern.
Das Buch beginnt damit, dass die junge Frau, die inzwischen ihre Haare kurz trägt, die Wohnung ihres verstorbenen Vaters ausräumt. Die Fotos, die sie dort findet, erinnern sie an Treffen mit ihrer iranischen Familie. Leider kann Roya nur ihre Muttersprache, die Sprache ihres Vater hat sie leider nie gelernt, was sie jetzt als Erwachsene bereut und auch später versucht nachzuholen. Besonders mit ihrer verstorbenen Oma verbindet sie mehr als Sprache. Als Roya mit ihrer Freundin über ihren Wunsch spricht das Land ihres Vaters zu besuchen und nach ihren Wurzeln zu forschen, rät die ihr, zu reisen. So macht sich Roya zusammen mit ihrem Vater auf den Weg in den Iran. Zunächst muss sie Kleidung finden, die dem Dresscode entspricht. Allerdings fällt die dann doch zu bunt aus. Als die lesbische Roya erfährt, dass im Iran auf Homosexualität die Todesstrafe steht, ersetzt sie sofort ihr Handy durch ein neues Model.
Diese Graphic Novel zeigt mit ihren sehr realistischen Zeichnungen auch Royas Träume und Ängste sehr genau. Auch die Unsicherheit und die Angst in einem Land in dem Frauen wegen des falschen Tragens eines Kopftuch betraft werden, zeigt sich in den Illustrationen sehr klar.
Ich habe das Buch in einem Rutsch gelesen, weil es mich sehr berührt hat. Ich kann mir vorstellen, dass das Aufwachsen in Deutschland für Kinder, deren einer Elternteil aus ihrer Heimat geflohen ist, nicht einfach ist. Da ist der Begriff Heimat anders zu bewerten. Mir gefällt, dass Roya sich traut in diese Diktatur zu reisen und dass sie versucht die damit verbunden Gefahren so gut wie nur möglich zu umgehen. Umso schöner ist die Szene, als sie endlich den Wind in ihr Kopftuch wehen lässt.
Hier wird das Kopftuch als Zeichen der Unterdrückung und Unfreiheit gesehen und Roya möchte es hier in Deutschland nicht tragen. Die Religion spielt in dieser Geschichte keine Rolle, es geht nur um den Zwang zum Tragen des Kopftuches in einem totalitären Regime
Leon fährt zu Oma Elke, die immer wieder neue verrückte Dinge erfindet. Diesmal ist es eine Weihnachtswunschmaschine. Leon muss also eine Art Badehaube aufsetzen und dann erforscht die Maschine seinen ganz geheimen Weihnachtswunsch, eine Wunsch, der selbst ihm noch nicht bekannt ist. So taucht ein großes Teil auf, des in Geschenkpapier eingepackt ist. Während Leon kein Interesse daran hat, packt Elke es wohl heimlich aus und es ist eine große grüne Tür, durch die ein Wichtel und ein keines Rentier in Elkes Haus gelangt sind. Leider ist die Tür von dieser Seite ohne Schlüssel nicht zu öffnen und so muss nach einer anderen Lösung gesucht werden, denn die beiden magischen Weihnachtswesen müssen dringend zurück. Denn der Weihnachtmann ist sowieso schon sauer auf Oma Elke, das wollen sie ihn nicht noch mehr verärgern. Als sie dann zusammen mit Leon und Oma Elke im Weihnachtswunderland ankommen, erfahren sie, dass der Nikolaus in Urlaub gefahren ist.
Wie soll denn nun Weihnachten gefeiert werden?
Ein herrliches Durcheinander mit allem, was zum Weihnachtsfest gehört, entsteht in dieser Geschichte. Lediglich Leon behält meist einen klaren Kopf und ihm fallen eine Menge toller Lösungen ein. Es ist immer wieder witzig zu lesen, was alles schiefläuft, doch zum Glück geht am Ende alles gut aus.
Große Buchstaben, vielen weihnachtlich bunte Bilder, skurrilen Figuren, wie den Schneemann Frostbert, der immer wieder mal taut, da macht das (Vor-)Lesen einfach Spaß.
Was Kinder so alles in ihren Taschen herumtragen, ist erstaunlich. Nachdem wir im ersten Teil die Abenteuer von Stock und Stein miterleben durften, weil sie zum Glück nicht mit in die Waschmaschine mussten, erleben wir nun mit ihnen den Herbst. Schon auf dem Cover sehen wir die Kastanie, die als erstes zu ihnen in die Tasche wandert. Die Kastanien, die noch in ihrer stacheleigen Schale am Baum hängen, sind ganz aufgeregt, weil sie bald herabfallen und sie überlegen, was sie alles werden könnten. Nur die Kastanie, die in der Tasche landet, ängstigt sich davor schrumpelig zu werden. Dann würde sie im Müll landen. Aber Stein setzt sich die stachelige Schale auf und wird so zum Igel. Es finden noch eine Eichel, Zapfen, Ahornnasen und Bucheckernhüllen den Weg in die Tasche.
Auf der letzten Seite sehen wir fantasievolle Basteleien mit den Waldfrüchten, denn am Ende bleiben Stock und Stein allein zurück und sie haben wieder ihre Ruhe.
Es wird sehr ideenreich erzählt, was da in dieser Jackentasche geschieht, voller Fantasie nutzen die zeitweiligen Bewohner die Naturmaterialien, um sich zu verändern. Sicher werden die Kinder im Wald nach den Teilen suchen und ausprobieren, was sie im Buch gesehen haben. Neben den kurzen Textteilen und den Comicblasen gibt es wieder sehr schöne Illustrationen vom Tascheninhalt. Sicher wird das Buch genauso begeistert gelesen, wie der erste Teil.
Im August 1989 ist die gute Schwimmerin Hanna mit ihrem Freund Andreas über die Ostsee geflohen. Leider kam nur Hanna völlig ausgelaugt auf Fehrmann an und könnte bei ihrer Tante Brigitte in Bremen einziehen. Als die Grenze unerwartet geöffnet wird, kehrt sie zusammen mit der Tante nach Rostock zurück. Dort wird ihr vorgeworfen einfach gegangen zu sein und ein wenig wird sie auch als „Westdeutsche“ für die Probleme, die die Wende mit sich bringt, verantwortlich gemacht. In Hamburg trifft sie auf den ausgebürgerten Jensi, doch das erste Treffen gestaltet sich schwierig. Weil auch er Hanna für den Tod des gemeinsamen Freundes verantwortlich macht. Beide leiden unter dem Verlust und Hanna redet im Text immer wieder mit Andreas, der so vieles mit ihr erlebt hat. Dadurch wurde mir immer klarer, wie schrecklich das Leben in der DDR besonders für den unangepassten Jugendlichen gewesen sein musste. Hanna fühlt sich in Rostock nicht mehr zu Hause und nachdem sie die Angriffe auf die Ausländer in Lichtenhagen erlebte, kann sie die ehemalige Landsleute nicht mehr verstehen. Als sie den Opa und Jensi nach Schottland begleitet, kann sie dort finden, was sie gesucht hat.
Die Geschichte wird ein wenig sprunghaft erzählt, trotzdem konnte ich sehr gut verfolgen, wie Hanna die 1990er Jahre erlebt hat. Da sind die Vorwürfe und die Trauer über den Tod von Andreas, das neue Leben in Bremen und Berlin, die Ablehnung und Kälte der Mutter, das Verstehen der Tante und das Kennenlernen ihrer Freundin Susan.
Ich habe das Buch mit viel Neugier gelesen und vieles erfahren, was mit vorher nicht so klar war. Dorrit Linke hat vieles, dass inzwischen verklärt gesehen wir, geradegerückt. Ich kann allen, die die Zeit nicht erlebt haben, dieses Buch ans Herz legen, aber auch für Menschen, wie mich, die alles von Weitem aus dem Weste erlebt haben, erfahren hier viel Interessantes. Unbedingt auch das Nachwort lesen und die Erklärungen zu vielen Begriffen. Sicher lohnt es sich auch die Playlist anzuhören, denn auch Musik ist Zeitgeschichte.
Ein sehr ehrliches Buch mit einer klaren politischen Aussage.
Die kleine Maus sitzt auf Papas Schoß und Mama gibt ihr liebevoll ein Küsschen so sehen wir es auf dem Cover. Doch schon auf der ersten Seite steckt das Huhn den Flügel nach dem Mäuschen aus, weil es findet, „…. du siehst ja zum Knuddeln aus!“ Das Mäuschen läuft weg und ruft „Nein, stopp! Ich halt nicht still. Knuddeln nur, wenn ich es will!“ Dieser Satz wird uns in Abwandlungen auf jeder Seite begegnen. Denn auch die Schlange will „einer Knutscher auf die Wange“. Der Elefant will ungefragt mit dem Lappen der Maus das dreckige Gesicht abputzen und der Hase legt dem Mäuschen die Pfote auf die Nase, auch er will Kuscheln. Der Hund hat schon die Lippen gespritzt und das Schwein will, dass sich die kleine Maus auf seinen Schoß setzt. Erst auf der letzten Seite ruft das Mäuschen „Ja, ich will!“ Denn da liegt es mit Papa und Mama im Bett.
Es ist so wichtig, den Kinder schon früh klarzumachen, dass sie das Verhalten von übergriffigen Freunden und Verwandten vehement ablehnen dürfen und sollen. Kein „Stell dich nicht so an.“ Sondern ein Unterstützen des klaren Neinsagen Dürfens.
Mit klaren aussagekräftigen Illustrationen, in denen die Figuren zwar Tiere darstellen, die aber durch die Kleidung vermenschlicht wurden und deshalb für die Kinder auch Personen abbilden, wird hier die Thematik sehr schön erklärt. Die kleinen Reime mit der Wiederholung lesen sich hervorragend und kommen bei den Kleinen sehr gut an.
Auf dem Cover sehen wir den pfiffigen Hund Otto, der so aussieht, als wenn er uns anlacht. Obwohl er aus voller Seele gähnen muss, behauptet Otto, er sei „noch gar nicht müde.“ Klingt dieser Satz nicht vertraut in unseren Ohren? Und schon sehen wir nur noch sein struppiges Hinterteil, weil Otto noch „kurz etwas erledigen muss“. Auf den ersten Blick ist Otto dann auch im Zimmer nicht mehr zu finden. Nur das geschulte Kinderauge sieht seinen Schwanz aus der Schublage luchsen. Hier ist also das Kind, das sich das Buch anschaut, gefragt. So geht es auch auf den nächsten Seiten weiter. Da wird die Kuscheldecke „schön hingelegt“ und geschüttelt, da wird sich wie Otto gestreckt, am Ende wird Otto noch mit Streicheleinheiten von uns verwöhnt. Und ganz zum Schluss liegt Otto mit geschlossenen Augen unter dem Bett das Kindes und sie wünschen „Schlaf auch du gut.“
Gerade weil die Illustrationen sich fast sparsam auf den Hund konzentrieren, sind sie so wirkungsvoll. Dann werden die Kinder auch noch aufgefordert zu agieren, dass mögen sie besonders gerne und gerade Kinder, die nicht so gerne „nur“ zuhören, finden das ganz toll. Der Text ist kurz und sehr gut verständlich. Ein Pappbilderbuch, das sicher immer wieder mit Freude gelesen wird.
Jessie, das Mädchen mit den roten Locken und der Brille mit den großen runden Gläsern und der struppige Hund Julie mögen sich, dass können wir ganz klar auf dem Cover sehen.
Auf der ersten Doppelseite ist dann auch zu lesen, dass die beiden „beste Freunde“ sind. Und die nächste Seite gefällt mir einfach so gut, denn Jessie liest dem völlig entspannt auf dem Rücken liegenden Hund vor. Manchmal toben sie draußen zusammen, manchmal schaut Julie brav zu wie Jessie malt. Sie haben Spaß zusammen und trösten sich.
Die beiden sind immer zusammen und ergänzen sich wunderbar. Die Bilder beschränken sich auf das Wesentliche, auf Jessie und Julie. Dabei kann ich die Gefühle förmlich „sehen“, denn die Illustrationen sind voller Zuneigung, die sehr gut zu spüren ist. Der Text erklärt mit wenigen Worten das Geschehen. Ein Bilderbuch, das die Kinder begeistern wird.
Auf dem Cover saust Mini um Raumanzug durchs Bild, oben in der Ecke ist ihr aus einer Streichholzschachtel gebaute Roboter MT – one zusehen.
Mini ist eine große Erfinderin, die zusammen mit ihrer Freundin Silla davon träumt, den Nobelpreis zu bekommen. Doch dann passiert etwas, womit nicht zu rechnen war, denn Silla begräbt ihren Traum Astronautin zu werden und möchte nun ein Topmodel werden. Zusammen mit ihren zwei neuen Freundinnen kümmert sie sich jetzt nur noch um ihr Aussehen und ihre Figur.
Mini, die schon als Frühgeburt eine Herzoperation überstanden hat, ist kleiner als ihre Mitschülerinnen und wahrscheinlich wird sie auch nicht viel mehr wachsen. Als sie erfährt, dass man sie als kleinwüchsig bezeichnet, plant sie den Bau eines neuen Roboters, der sie im Alltag unterstützen kann. Doch für dieses Projekt würde sie die Hilfe ihrer Freundin Silla brauchen.
Wie schon im Titel erwähnt, schreibt Mini an ihr Logbuch und vertraut ihm ihre Gefühle und Ideen an. Sie ist zwar eine kleine Person und aufgrund ihres Herzens soll sie sich auch etwas schonen, aber sie hat so viel Power und so viele Ideen, sie ist einfach ein großartiges Mädchen. Ich fand es sehr interessant zu lesen, was sich so im Kopf dieser Achtjährigen tut, um was sie sich alles sorgt und wie sie die Welt verbessern möchte. Witzig waren auch die Aussagen zu Alexander Gerst, den sie „Astro-Alex“ nennt. Dass Papa, der Pralinenhersteller, immer tröstend mit einer Praline daherkam, fand ich hervorragend.
Das Buch ist in großen Buchstaben mit vielen Einschüben gedruckt und die Illustrationen sind so humorvoll, da macht das Lesen und Anschauen Riesenspaß.
Glücklich lächelnd liegt der kleine Bär auf dem Bauch und schaut uns vom Cover aus an. Zehn Jahre hat der Bär bei der Eule Sophia eine ganze Menge gelernt und nun zieht er los um das Glück zu finden. Zum Abschied gibt Sophia Urjas ein kleines Gedicht über Mut mit auf den Weg. Es endet „Mein Herz, das hüpft, die Beine schwingen, der Mund singt und die Glieder schwingen, ich bin so, wie´s mir gefällt auf dieser wunderschönen Welt.“ So positiv eingestimmt trifft Urjas auf die Maus. Doch seiner Aufforderung ihn zu begleiten, kommt die Maus nicht nach, denn sie hat Angst. Und die spürt Urjas jetzt auch, aber der Spruch von der Eule macht ihm wieder Mut.
Neben der Geschichte gibt es Fragen an die Kinder, denen das Buch vorgelesen wird. So geht es zunächst um einen Ort an dem sie sich geborgen fühlen, danach um die Ängste und wer ihnen da hilft. Danach geht es um Mut und es gibt sogar eine Feld in das ein Mut-Tier gezeichnet werden kann.
Viele Illustrationen zeigen uns die Tiere, denen Urjas begegnet und die alle unterschiedliche Probleme haben, aber Urjas wird durch den Spruch immer wieder mutig genug weiterzusuchen und am Ende wird er feststellen „Mut findet man im Herzen!“
Beim gemeinsamen Lesen dieses Buches werden wir viel über das Kind erfahren und vielleicht können wir es so stärken, wie Sophie es mit Urjas getan hat. Der schöne Spruch, der sich im Buch mehrfach wiederholt kann da eine große Hilfe sein. Ein ganz besonderes Bilderbuch, das unseren Kindern zeigt, dass auch sie etwas Besonders sind.
Schon das Äußeres dieses Buches ist besonders, es gibt eine Ringbindung zum Umschlagen der Seiten, ein Herz auf dem Cover, das mit einem Bändchen verschlossen wird. Wenn wir es öffnen, können wir unser Foto dort einkleben, denn das Buch ist ein sehr persönliches. Es soll ein Kind bei einer Operation begleiten und unterstützen. Zunächst gibt es eine kleine Anleitung, denn das Buch ist sehr vielseitig. So kann gemalt, geschrieben und gerätselt werden. Es gibt ein Quartett und ein Puzzle. Aber das Wichtigste sind die Informationen rund um die anstehende Operation. Da ist zunächst die Frage, was wird operiert, später geht es dann nochmal um Knochenbrüche. Die verschiedenen Menschen, die in einem Krankenhaus arbeiten, werden vorgestellt und dieses Team kann sich auf einer Herzchenseite im Buch eintragen. Dann lernen wir Mrs. Pieks, die analysiert und forsch und den emotionalen Mr. Pust kennen, sie werden immer wieder auftauchen. Auf einer Seite können Familie und Freunde etwas hineinschreiben. Die Aufkleber können wir nach belieben anwenden. Danach folgt der Ablauf bis zur Entlassung.
Natürlich hat jeder Angst vor einer Operation, da ist so ein einfühlsames Buch ein wundervoller Begleiter. Schon im Vorfeld werden Fragen beantwortet und Dinge erklärt, das nimmt schon etwas die Angst. Aber in dem Buch gibt es auch viel Anregungen, wie man die Zeit vertreiben kann. Der kleine Patient oder die kleine Patientin können ihr Gefühle dem Buch anvertrauen und auf die doofen Seiten können sie auch negatives eintragen.
Zum Schluss wird ein Mut-Orden ausgeschnitten und angemalt.
Ich bin begeistert von der Idee ein Buch für Kinder zu gestalten, die eine Operation vor sich haben.