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Bewertungen von Leser/innen

  • Tore des Lebens von Lars-Wilhelm Baumgarten

    Schon die ersten Sätze des Prologs packen einen, dass man sich sofort in die Geschichte reingezogen fühlt und mitfühlt. Der Protagonist Sven Schütze kehrt zurück zum Fußballfeld seiner Kindheit, da, wo alles auch alles anfing! Meine Neugier war sofort so groß, dass ich einfach weiterlesen wollte. Der Autor ist ein Sprachgenie, denn er vermag es mit der Sprache zu spielen. Es ist manchmal wie ein Dribbeln, man weiß nicht, wohin es geht und ist dann überrascht, wo und wie die Handlung verläuft. Die Sprache ist facettenreich: warmherzig, sprachgewaltig, hat Tiefgang. Und nicht nur die Handlung allein ist bildhaft / lebendig erzählt. Zwischen den Zeilen findet man viele wichtige Botschaften, die den Leser nachdenklich machen und Weisheiten vermitteln. Und dies tut auch der Großvater von Sven Schütze, den ich sofort in mein Herz geschlossen habe. Und da sieht / lernt man beim Lesen, wie toll es ist, wenn die Familie zu einem steht und einen hilft.
    Sprüche wie: „Du spielst mit deiner Seele, Junge. Und das ist alles was zählt. (…) Weil du das Spiel in dir hast“ zeigen, das in dem Jungen was Besonderes steckt.
    Und Ratschläge vom Trainer wie: „Das Spiel ist wie ein Schachbrett. Du musst immer zwei Züge vorausdenken“ verdeutlichen (in meinen Augen), dass ein Profi neben dem Ball-Gefühl auch noch eine Art Ball-Wissen haben muss.
    Es macht Spaß, aber auch bedenklich zu lesen, was es für ein Kind schon bedeutet, eine sportliche Ausnahme zu sein. Wenn der Ball zum Haupt-Freund wird, dann müssen andere Mensch-Freundschaften leiden. Auch das wird am Anfang schon deutlich. Verzicht durch Pflicht.
    Die Geschichte dieser Fußball-Laufbahn ist so anschaulich und authentisch, dass man meint, Teil der Geschichte zu sein. Man ist immer irgendwie am Rand und sieht zu oder ist mittendrin. Ich habe das ein oder andere Mal Gänsehaut bekommen, da mich die Erzählweise so berührt hat.
    Als Kind war ich großer Fußball-Fan, doch irgendwann hat sich das gelegt.
    Aber durch diesen Roman habe ich einen neuen Zugang zum Thema Fußball bzw. Profisport bekommen, der mich nachdenklich macht und einen achtsamen Blick auf das doch harte und auch in bestimmten Teilen entbehrungsreiche Leben bringt.
    Das Cover finde ich sehr schön, der goldene Ball zwischen den Beinen - wohl auf dem Anstoß liegend - zeigt, dass es los geht. Ist alles Gold was glänzt?! Der Farbschnitt mit dem Ball im Netz zeigt, dass ein Tor gefallen ist. Passend zum Titel. Die Überschriften der Kapitel, die Zeitungsartikel-Überschriften imitieren, geben einzelnen Abschnitten eine besondere Realitäts-Nähe. Auch wenn die Geschichte erfunden ist, ist sie doch so lebensnah und wahr.
    Super!
    Ich glaube, die Fußball-WM 2026 werde ich mit anderen Augen sehen.

    Dieser besondere Fußballroman hat es geschafft, dermaßen zu punkten, dass er zu (m)einem Lesehighlight geworden ist. Und es gab immer Verlängerung: Aus noch fünf Seiten lesen wurden zehn, so hat es mich immer gepackt. Danke!
    Er - der Roman oder vielmehr Lars-Wilhelm Baumgarten - hat eine / die Goldmedaille verdient!

  • Bonsai, Kugelfisch, Tattoo, Parfum

    Mit diesen Schlagwörtern möchte ich einfach Eure Neugier auf den zweiten Teil der Kräuterheiler-Krimi-Reihe wecken. Der erste Teil „Der Kräuterheiler vom Tegernsee“, der 2023 erschienen ist, hat mir sehr gut gefallen, so dass ich es kaum erwarten konnte, ein weiteres Krimi-Erlebnis in den Händen halten zu können.Ja, und dieser Lokal-Krimi ist ein echtes Highlight!

    Im Mittelpunkt des Krimis steht der teuerste Bonsai der Welt, der auf einer in einem Hotel am Tegernsee stattfindenden Bonsai-Ausstellung gestohlen wird. Nicht nur das! Der Besitzer, der mit dem Bäumchen extra aus Japan angereist ist und beim Kräuterheiler mit seinem Bodyguard untergebracht ist, bricht tot zusammen, nachdem er - wie auch andere Schausteller - ein in Deutschland verbotenes Kugelfisch-Gericht gegessen haben. Und dann verschwindet auch noch der Bodyguard.
    Nun darf Hauptkommissarin Erna Salvermoser in diesem Fall ermitteln. Unterstützt wird sie durch ihren Kollegen Schorsch und Kollegen aus Rosenheim, die in ihren Augen eher „Magermilchbürschchen“ sind. So macht sie sich mit ihrem mopsigen, furzenden Polizeimops Ganghofer, der später auch noch gekidnappt wird, auf eigene Wege. Unterstützt wird sie dabei von ihrer Freundin Theres (Schwägerin von Anton), die heimlich und unerkannt spioniert und einen guten Riecher entwickelt.
    Ist die Mafia, deren Mitglieder besondere Tatoos haben, hier kriminell zu Gange? Das dürft ihr selber lesen. Wie dem auch sei, beim Ermitteln und Lösen des Falls kommt glücklicherweise der ‚Kommissar Zufall‘ zu Hilfe!
    Und nicht nur das Böse spielt im Roman eine Rolle, auch das schöne Verliebtsein von Babette (Enkelin von Anton) und ‚Weißkittel‘ Valentin, der einen etwas schweren Stand bei Anton hat, wird herzlich erzählt.

    Birgit Mayr hat ein fantastisches Gespür, in ihren Krimis Spannung, Humor, Lokalkolorit und Wissen zu vermitteln. Spannung und Entspannung erlebt man in den 26 Kapiteln, die eine angenehme Seitenzahllänge haben, so dass man relaxt Kapitel für Kapitel lesen kann.
    Da ja der Kräuterheiler Anton einer der wichtigsten Protagonisten ist und in jedem Kapitel präsent ist, passt auch, dass jedes Kapitel die Überschrift eines Heilkrauts hat. Was das Kraut kann / wofür es gut ist, seit wann seine Wirkung geschätzt wird, wird locker und leicht im Rahmen einer kleinen eigenen Geschichte erzählt. So lernte ich z.B. etwas über Mistel, Mönchspfeffer, Blutwurz, Lorbeer, Teufelskralle, Odermennig etc..
    Wunderbar ist, dass im Roman Besonderheiten der japanischen Kultur - teilweise mit einem witzigen Augenzwinker - aufgezeigt werden. Man lernt was über Bonsai, Garten und Umgangsformen und dass es z.B.: Toiletten-Pantoffeln gibt (ups).
    Beim Lesen hatte ich oft das Gefühl, mit Erna, Theres oder Anton sowie Babette unterwegs zu sein, da die Schauplätze toll beschrieben sind. Außerdem bekommt man beim Lesen Lust, verschiedene Sehenswürdigkeiten aufzusuchen und zu erleben.
    Und Schleckermäuler kommen auch nicht zu kurz. Auf den letzten Seiten des Romans gibt es spezielle Köstlichkeiten zum ‚Nach-Kochen‘. Da hier Japan auf Bayern trifft, gibt es originelles „Tegernseer Sushi“.

    Ich freue mich auf ein Wiedersehen mit all den Protagonisten, die so wunderbar unterschiedliche und liebenswerte Charaktere habe. Da möchte ich am liebsten mal zum Klaslhof, um mit der Familie leckeren Rhabarber-Kuchen mit Holunderblütencreme zu genießen.

    Ein Lokalkrimi der Lust und Laune macht, auf den Spuren der Protagonisten zu wandern.
    Ein Schreibstil der einen den Alltag vergessen läßt, herzlich, locker und humorvoll.

    Ich kann diesen Tegernsee-Krimi wärmstens empfehlen. Einfach TOLL!

  • Espresso, Krabben und Sand
    dieser Nordseekrimi ist allerhand!

    Unverhofft kommt oft!
    Genau das darf Massimo Marconi am eigenen Leib erfahren, denn er muss notgedrungen seine langjährige Kriminaler-Position in München gegen eine Dienststellenleitung in St.-Peter-Ording eintauschen. Auch sein bisheriges flexibles Beziehungsleben hat ein Ende, denn er hat seinem Bruder Nevio versprochen, dass er sich im Ernstfall um dessen Kinder (Stefano 8 Jahre, Klara 12 Jahre) kümmert, die nun als Vollwaisen dastehen. Marconi wird so richtig ins kalte Wasser geschmissen, denn mit Kindern hat er bislang nicht viel am Hut gehabt. Und nun nur noch einfache Polizeiarbeit machen zu dürfen: „Absperren statt ermitteln, nur dabei statt mittendrin“ (S.24) als auch das Schmuddelwetter, das ihn an der Nordsee trifft, findet er heftig schrecklich. So wünscht er sich, „dass sein Gastspiel im Norden mit einem Verfallsdatum versehen“ (S. 24) ist.
    Aber nun kommt das Aber, und das ist grandios!
    Massimo Marconi, der Name passt, ist 1,93 m groß und 39 Jahre jung, krempelt sein Leben um, ignoriert dienstliche Anordnungen und erobert in kurzer Zeit sämtliche Herzen - das der Kinder, der Kollegen (und der Leser).
    Einfach ist es nicht, denn kaum ist Marconi in St.-Peter-Ording angekommen wird er mit einem Mord an einem Krabbenfischer konfrontiert. Die Ermittlungsarbeit den über 100km entfernten Flensburger Kollegen überlassen? Nein, das kann er nicht! Sind Jens und Eva seine neuen Kolleg/innen anfangs abgeneigt, sind auch sie bald drauf mittendrin in einem Fall, der in viele Richtungen führt. Und so wird der Leser mit diesem Trio auf viele Eventualitäten gebracht. Wer steckt hinter dem heimtückischen Mord? Sind es Umweltaktivisten, die gegen die Krabbenfischerei sind? Oder hat es mit einem mysteriösen Massen-Fischsterben zu tun? Und was ist das für ein Loch, das sich plötzlich im Watt auftut, in das ausgerechnet Klara fällt? Und dann gibt es noch ein Brummen….
    Der Fall nimmt Marconi voll in Anspruch, so dass er auch noch mit dem Jugendamt zu tun bekommt. Zudem wird auch noch ‚sein’ Auto angezündet.
    Wir Ihr seht, dieser Krimi ist einfach turbulent und vielschichtig!
    Besonders gegen Ende nimmt der Krimi Fahrt auf und hat mir den Atem stocken lassen.
    Der Schreibstil ist locker, Beschreibungen sind wunderbar detailliert. Viele Örtlichkeiten wie Lokale und Sehenswürdigen laden ein, selber vorbeizuschauen und dort einen guten Espresso oder so zu genießen.
    Die Charaktere im Roman sind gut beschrieben, ich konnte sie mir alle gut vorstellen.
Marconi hat mir von Anfang gefallen. Sein italienisches Blut, das Wert auf guten Espresso und feines Essen legt, wird regelmäßig auf humorvolle Weise gezeigt. Kleine Episoden, in denen beschrieben wird, wie er mit Klara und Stefano kocht, ,machen Lust, diese Rezepte (sie sind hinten im Buch) nachzukochen.
    Und kaum ist der Fall gelöst wird Marconi mit einem neuen Fragezeichen konfrontiert, das er sicherlich nicht so stehen lassen möchte.
    Tja, ich bin gespannt auf den zweiten Fall, der im Frühjahr 2025 erscheint.
    Das Nachwort gehört unbedingt gelesen, denn hier erfährt und lernt man wichtige Hintergründe zum Roman. (Ich sag’ mal: Sand…)

    Dieser bewegende, turbulente, humorvolle Krimi hat mich vollends überzeugt, denn ich wurde bestens unterhalten und konnte über umweltrelevante Themen auch noch einiges lernen.
    Dieser Roman ist ein echtes Highlight , er ist ein besonderes Mai-Light.

  • Und die Vergangenheit holt Mitzi wieder ein…..

    Der sechste Teil hat es wieder in sich! Mitzi - Maria Konstanze Schlager - freut sich mit ihrem in Fernbeziehung lebenden Partner Rudolfo in Lilienfeld ein Café zu eröffnen. Es soll zu Ehren ihrer verstorbenen Großmutter ‚Therese‘ heißen. Durch einen tragischen Unglücksfall, aufgrund dessen ihr die Mitschüler den Spitznamen ‚Mördermitzi‘ verpassten, verlor Mitzi als junges Mädchen ihre Familie und plagt sich seitdem mit Schuldgefühlen. Ihre Großeltern hatten sich dann um Mitzi gekümmert.
    Doch dann erfährt Mitzi, dass der Serienmörder und Auftragskiller „Sam“, mit dem sie vor fünf Jahren Bekanntschaft gemacht hat, aus dem Gefängnis ausgebrochen ist.
    Nicht nur das: In der Nähe von Kufstein, wo ihre Freundin Agnes mit ihrer Familie lebt, treibt auf einmal ein Bogenschütze sein Unwesen. Er schießt im Wald auf Wanderer und verbreitet Angst und Schrecken, denn es könnte ja jeder, das nächste Opfer sein - sei es, dass er verletzt oder gar getötet wird.
    Dieser heikle Fall wird nun Agnes erster Fall, den sie als Leiterin des Polizeireviers in Kufstein zu meistern hat. Bei den Ermittlungen ist man gleich mitten drin und begleitet Agnes mit ihren Kollegen und Kolleginnen durch den Fall als wenn man selbst von der Partie ist. Ich habe stets mit gerätselt und mitgefiebert.
    Mitzi ist ja eigentlich immer im Hintergrund von Agnes dabei. Doch dieses Mal hat Mitzi ihr eigenes Paket zu tragen. Naja, es ist ein besonderer Brief und zwar von ihrem Bruder Benni! Mitzi ist hin und hergerissen und total durch den Wind. Wie kann es sein? Benni ist doch tot! Aber Wunder gibt es immer wieder! Mitzi muss dem auf dem Grund gehen - alleine.

    Dieser sechste Teil ist fantastisch gewoben, denn die Stränge sind wunderbar verknüpft oder verknotet! Immer wieder wird man in die Irre geführt. Isabella Archan schafft es mit ihrem lockeren, schwungvollen und detaillierten Schreibstil den Leser zu fesseln. Wie einen Film hatte ich die Handlung vor Augen.
    Wunderbar bringt sie Spannung und Humor in dem Alpenkrimi unter. Es ist ein wahrer Lesegenuss, ein süß-saureres Lesefutter, das Lust auf mehr macht!
    Besonders mag ich, dass auch österreichische Ausdrücke (erklärt im Glossar) nicht zu kurz kommen, so dass ein besonderer Flair und eine warmherzige Atmosphäre geschaffen wird.
    Gelernt habe ich außerdem etwas über die österreichischen Kaffee-Spezialitäten. Und backen werde ich demnächst „Oma Thereses Apfeltommerl“. Rezepte sind stets eine Zugabe.

    Gut finde ich an der Reihe, dass man jeden Band für sich lesen kann. Wenn man aber den ein oder anderen Vorgänger kennt, ist es auch nicht verkehrt, denn ‚alte‘ Protagonisten tauchen wieder auf und sorgen für ein Aha-Erlebnis. Spannend ist auf jeden Fall das Ende dieses Krimis, da er irgendwie offene Züge hat und einen rätseln lässt, ob Sam in weiteren Folgen wieder Fuß fasst. Außerdem nehme ich nun auch wegen Rudolfo ein Fragezeichen mit aus der Geschichte.

    Ich kann diesen Krimi - diese Reihe - wärmstens empfehlen. Mir ist Mitzi, diese warmherzige, liebenswerte, quirlige, spontane und leicht chaotische Frau, sehr ans Herz gewachsen. Ich möchte sie gerne noch länger begleiten, da sie „Verbrechen und Verbrecher (anzieht) wie das Licht die Motten“ (S. 28).

  • Meck und Schneck: Klappt doch! von Michael Engler

    ….. das ist das Beste was es gibt auf der Welt“. So heißt es schon ein einem bekannten Lied.
    Und genau das will die kleine Abenteuer-Geschichte von den beiden Tier-Freunden Meck und Schneck erzählen.
    Schneck ist - man sieht es, und der Name deutet es an - eine Schnecke mit einem riesigen Schneckenhaus auf dem Rücken. Und Meck? Meck ist ein kleines knuffiges Fantasie-Tierchen, das (vor)witzig und quirlig Schneck zu Seite steht.
    Die erste Geschichte von den beiden kenne ich nicht. Auch wenn es eine Reihe ist und bestimmt auch weitere Geschichten folgen, kann man jedes Buch für sich lesen.

    In dieser Geschichte werden Schneck und Meck von einem aufkommenden Gewitter überrascht und wollen deshalb so schnell es geht ins sichere Zuhause - ihre Höhle.
    Weil der Weg aber zu weit ist, überredet Meck Schneck, gemeinsam eine Abkürzung zu nehmen, die zudem auch noch auf einem Verbots-Weg verläuft und einige Hindernisse bereit hält.
    Der unsichere, und auch ängstliche Schneck bekommt dabei immer wieder Mut von Meck zugesprochen. Sein Standardspruch „Klappt doch!“ / „Klappt schon!“ hilft also weiter.
    Mir gefällt in dem Buch, dass gezeigt wird. dass man sich auf Freunde verlassen kann und dass man mit einem guten Partner durch ‚Dick und Dünn‘ gehen kann.
    Ob Ameisen oder Beeren auch echte Gefahren oder Hindernisse bedeuten, das soll dann jeder selber für sich beurteilen.
    Die in einer warmen Farbgebung gestalteten Illustrationen sind auf jeden Fall gelungen. Der Blick von Schneck ist fantastisch und der kleine blaue Meck sticht mit seiner Niedlichkeit hervor und vermittelt gute Laune.

    Das Buch ist für Kinder ab zwei Jahren auch zum Selber-Anschauen geeignet, da es aus dicken, stabilen Pappseiten besteht. Die Geschichte ist ein einem einfachen, schlichten gut verständlichen Deutsch geschrieben, so dass auch Erstleser z.B. ihren jüngeren Geschwistern / Freunden das Abenteuer vorlesen können.

  • Hollywood Ladies von Lena Troll


    Eine witzige, humorvolle Verbrecherjagd - perfekt für eine chillige Auszeit
    Ein wahres *Tut-Gut-Buch*

    Kürzlich habe ich diesen kurzweiligen und amüsanten Verbrecher-Roman „Hollywood Ladies - Zwei gehen immer“ von Lena Troll mit einem ‚Ach-wie-schön-Gefühl’ beendet.
    Letztes Jahr hat mich ja bereits der erste Teil „Hollywood Ladies - Eine geht noch“ begeistert, und nun schafft es Band zwei genau so! Während der erste Teil in einer kleinen Stadt auf der schwäbischen Alb spielt, dürfen wir nun (ent)spannende Stunden in Schweden verbringen.
    Um in den zweiten Teil einzusteigen ist es aber nicht notwendig, den ersten Teil gelesen zu haben, aber das ein oder andere versteht man doch mit dem Hintergrundwissen leichter.

    So farbenfroh und sommerleicht das Cover ist, so ist auch die witzig-turbulente, leicht chaotische Geschichte.
    Kaum habe ich mit dem Schmökern angefangen, war ich auch schon mitten in der Geschichte dieser liebenswürdigen schwäbischen Frauen. Langweilig wurde es nie. Aufgrund des Buchaufbaus ist die Story sehr abwechslungsreich. Die einzelnen Kapitel werden abwechselnd aus der Sicht der drei Protagonistinnen Florentine (Tochter von Sylvia, Autorin, Mischlingshundebesitzerin, seit kurzem wieder frisch liiert), Sylvia (pensionierte Deutschlehrerin und knapp 40 Jahre verheiratet), und Pia (Polizistin, Ehefrau und Mutter, langjährige Freundin von Florentine) erzählt.

    Florentine freut sich mit Pia in Schweden einen gemütlichen Urlaub zu zweit machen zu können, während ihre Mutter mit ihrem Mann eine Reise in ihrem Bulli nach Korsika machen. Doch bevor es Relaxen heißt, haben Florentine und Pia noch einen wichtige Mission: Sie wollen Lars (Ex-Freund von Florentine) ausfindig machen, damit er Florentine seine Schulden - 20.000 Euro - zurückzahlen soll. So von Angesicht zu Angesicht! Aber das ist leichter gesagt / gedacht als getan. Statt Lars treffen die beiden auf andere Frauen, die ebenso schlechte Erfahrungen mit diesem Schönling und Frauenheld gemacht haben. Ist Lars mal zum Greifen nah - zack - ist er anfangs immer wieder wie vom Erdboden verschluckt. Dafür aber taucht plötzlich Sylvia mit ihrem Mann in Schweden auf, da ihnen Korsika zu heiß ist. Florentine ist anfangs gar nicht erfreut, dass ihre Mutter sich wieder einmischt; doch dann packen sie es gemeinsam an. Aber irgendwie sind alle drei nicht immer nur mit dem Kopf dabei, und so funken auch mal Gefühl und Herz dazwischen….
    Und auch andere Begegnungen bringen Verwirrung.

    Dieser Roman ist perfekt für alle, die es etwas spannend, witzig und chaotisch-turbulent möchten.
    Der locker-leichte Schreibstil lässt einen durch die Geschichte fliegen bzw. gleiten - alles so herrlich beschrieben, dass man sich alles wunderbar vorstellen konnte.
    Das Schöne an diesem CosyCrime ist, dass es keine Toten gibt, es fließt kein Blut und es gibt keine Grausamkeiten. Dieser Roman ist ein Herz- und Seelenkitzler, der einen immer wieder zum Lächeln und auch schmunzelnden Kopfschütteln bringt. Denn die drei Frauen sind einfach herzlich und sympathisch. Man kann sich in ihnen wiedererkennen. Manchmal möchte man sie einfach nur drücken oder auch mal schütteln.
    Die Geschichte mit ihren gut 200 Seiten ist perfekt für ein Entspannungs-Wochenende, denn aufgrund ihres guten Endes entlässt sie einen mit einem wohligen Gefühl wieder zurück in den Alltag. Und Lust, Schweden kennenzulernen, kommt dazu. Eine Hommage an dieses Land.
    Ich kann diesen Roman wärmstens empfehlen!
    Ich freue mich schon auf weiteren Lesegenuss, denn es warten weitere Fälle auf die Drei!

  • Künstliche Intelligenz erobert die Welt und ist eine eindrucksvolle Hilfe in vielen Lebensbereichen

    Die Künstliche Intelligenz (KI) ist aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken. Sie ist ein digitales Aller-Hilfsmittel, das einfache bis sehr komplizierte Aufgaben bewältigt.

    Der Aufbau und die Erscheinungsweise des 92 Seiten dicken Buches ist sehr ansprechend.
    Der Text ist ist übersichtlich gegliedert und wird mit passenden und freundlichen Bildern begleitet.
    Auch Textblasen - teilweise mit dezentem Humor - bringen Abwechslung.

    Anhand einiger Beispielen wird gezeigt, wo KI zu finden ist - sei es der Wecker vom Smartphone, der einen morgens aus dem Schlaf holt und u.U. auch aufgezeigt hat, wie die Schlafphasen waren oder sei es ein Schachcomputer, der sogar Profis bezwingt oder wie ein Navigationssystem uns durch die Straßen lotst. Oder wie das mit der Sprach- oder Gesichtserkennung funktioniert.

    Gut gefällt mir der Werdegang der KI, wo ich mit großer Überraschung lesen konnte, dass es KI quasi schon seit 1936 gibt und dass bereits 1966 Computer mit Menschen Kommunizieren konnten.

    Chancen und Risiken, Vor- und Nachteile der Intelligenz werden verständlich aufgezeigt.
    Auch Informatik-Fachbegriffe werden verständlich erklärt.
    „Was ist künstliche Intelligenz?“ ist ein einladendes Kinder-Sachbauch für Wissenshungrige ab ca. 8 Jahren.
    Ich kann das Buch wärmstens empfehlen, da es ein aktuelles Thema spannend, interessant und teilweise auch witzig rüber bringt.

  • Anders super von Kathrin Wessel

    Das Cover hat mich sofort angelacht.
    Ein *Hurra* winkendes Pferd im Superman-Umhang und jubelnde Küken lädt einen sofort zum Blättern ein. Man assoziiert sofort, dieses Pferd muss ein Held sein. Aber warum?
    Am Anfang der Geschichte wird zuerst gezeigt, dass das Pferd Merle irgendwie zu anders ist, als dass sie zu den anderen Pferde-Gruppen dazu gehören kann.
    Auf der einen Seite ist Merle nicht grazil genug, um ein richtiges Rennpferd zu sein; auf der anderen Seite fehlen die Mukkis, die ein Kutschpferd braucht.
    Irgendwie fühlt sich Merle als ein Zwischending, und das tut doch sehr weh. Genau dieses Gefühl des Ausgegrenztseins schafft die Geschichte zu zeigen.
    Doch dann sind Küken, die auch auf dem Bauernhof leben, in höchster Gefahr....
    Tja, und dann zeigt sich, dass genau die Eigenschaften, über die zuerst gelästert wurde, nun einfach perfekt sind!
    Ja, und nun ist Merle eine richtige Perle; und auch das kapieren auch die anderen Pferde.

    Ich finde es gut, dass hier Tiere mit menschlichen Zügen als Protagonisten herhalten, um das Thema "Jeder ist richtig und wichtig wie er ist" aufzuzeigen.
    Die Geschichte ist in meinen Augen auch ein Mutmach-Buch, da gezeigt wird, dass jeder an sich glauben soll und dass man selber auch seine Mitmenschen (oder auch -tiere) so akzeptieren soll, wie sie sind.
    Vereinzelte Sprechblasen mit nur wenigen Wörtern unterstreichen gekonnt die Meinungen der anderen. Auch die Art und Weise, wie die Tiere gezeichnet sind, unterstreicht die Gefühlswelt.
    Das Buch eignet sich gut, auch kleinen Kindern zu zeigen, dass jeder, genau so, wie er ist, richtig ist. Jede(r) hat halt seine eigenen Stärken, und schön ist doch, dass es so in Gruppen eine Vielfalt gibt, die das Zusammenleben interessant macht.
    Ich kann das Buch nur empfehlen.
    Und da es stabile und dicke Seiten hat, können auch kleine Kinder selber drin blättern.

  • Der Liebende von Martin Ehrenhauser

    Eine warmherzige Geschichte über das Entdecken und Zulassen der Liebe im Alter - eine Erste und Letzte Liebe …

    So zart und sanftfarbig mit einem feinen Riss das Cover mit seinen zwei Sich-Küssenden sich präsentiert, so ist auch der Debüt-Roman „Der Liebende“ von Martin Ehrenhauser, der bislang als Sachbuchautor unterwegs gewesen ist.

    Ich habe mich sofort in das fein-romantische Cover und den Klappentext verliebt, so dass ich mich aufs Schmökern dieser Neuerscheinung (April 2023) gefreut habe.

    Monsieur Haslinger, ein pensionierter katholischer Seelsorger, lebt zurückgezogen in einer kleinen Dachgeschosswohnung in Brüssel. Sich um seine Pflanzen kümmern, ehemalige Gemeindemitglieder besuchen oder mal mit einem Freund Schach spielen füllen den Alltag aus. Aber es erfüllt ihn nicht, denn er merkt, dass das Allsein mehr und mehr auch Einsamkeit bedeutet; es ist eine Leere!
    Als er beim ‚Retten’ einer Birkenfeige aus einem Müllsack mit seiner neuen Nachbarin Madame Janssen in ein neckisches Gespräch verwickelt wird, erwachen in ihm Gefühle und Wünsche, die er so noch nie gespürt hat. Er will mehr über Madame Janssen - ebenfalls im Ruhestand - erfahren, googelt und ist beeindruckt über ihr Leben als um die Welt herumgekommene, weltgewandte Diplomatin. Anfangs verunsichert und irritiert - er hat sich ja dem Zölibat verpflichtet - lässt er letztendlich die wachsende und aufflammende Verliebtheit und das sich zu dieser Frau Hingezogenfühlen zu. Dabei wird er glücklicherweise auch von einem guten Freund und einer alten schnoddrigen, nicht auf dem Mund gefallenen nörglerischen alten Frau, ermuntert. Zaghaft und schüchtern nähern sich die beiden einander an und finden einander Gefallen.
    Martin Ehrenhauser gelingt es fantastisch, diese Gefühlswelt - insbesondere von Monsieur Haslinger auf den Punkt zu bringen. Ich konnte wunderbar seine Gedankenwelt nachvollziehen. So heißt es z.B. als er zum Brunch von Madame Janssen eingeladen und einen Begrüßungskuss bekommt dass „er sich wünschte, sie würden in Paris leben, wo man sich zur Begrüßung zweimal küsste, nicht einmal wie in Brüssel“ (S.58). Als Frau Janssen im Krankenhaus liegt und er sich um ihre Wohnung kümmert, ist selbst das Benutzen ihrer Seife wie die einer einer „intimen Begegnung“ (S. 81), als würde er sie berühren.
    Dass auch Madame Janssen sich nach kurzer Zeit zu Monsieur Haslinger hingezogen fühlt und auch tiefstes Vertrauen zu ihm hat, zeigt sich, dass sie ihm ein Geheimnis verrät, das noch keiner vor ihm erfahren hat. Auch möchte sie, dass er sie zu einem längeren Aufenthalt an die belgische Nordseeküste, ein Ort ihrer Kindheit, nach Knokke begleitet, weil „nicht nur in ihrem Haus, sondern auch in ihrem Herzen ein Platz für ihn frei“ (S. 123) ist.
    Auch wenn sie sich in Knokke vollkommen nah kommen, gibt es eine Sache, die die Harmonie auf die Probe stellt…


    Beim Lesen konnte ich mich in sämtliche Personen gut einfühlen, sie sind sympathisch und authentisch. Dadurch dass die Personen stets nur mit ihrem Nachnamen erwähnt werden, wird zwar eine gewisse Distanz aufgebaut, gleichermaßen erhält der Roman dadurch eine besondere Eleganz, etwas Vornehmes.

    Das Buch ist in drei Hauptteile mit mehreren Kapiteln gegliedert. Mir gefällt, dass die einzelnen Kapitel kurz (3-5 Seiten) sind, so dass man angenehme Leseabschnitte hat, die man nach Abschluss stets auf sich wirken lassen kann. Für mich war dies auch wichtig und richtig. Es ist kein wilder Pageturner, den man ‚durchsuchtet‘, sondern ein ruhiger, sanfter Roman mit einer tiefen und poetischen feinfühligen Sprache, die ans Herz geht und durchaus aufgrund einer ernsten Thematik auch zu Tränen rührt. Mich hat der Roman nachdenklich gestimmt und tief berührt. Letztendlich ermutigt diese warmherzige Geschichte aber auch, an das Leben und die Liebe zu glauben - egal, wie alt man ist - und dieses Gefühl auch zuzulassen. Ein Wagnis, das ein großer Gewinn sein kann!

    Für mich ist dieser herzliche Roman ein echtes Lese-Highlight.

  • Hollywood Ladies von Lena Troll

    Vor kurzem habe ich diesen kurzweiligen und amüsanten Verbrecher-Roman „Hollywood Ladies - Eine geht noch“ von Lena Troll gelesen.
    So farbenfroh und sonnig das Cover ist, so ist auch die turbulent-witzige Geschichte.
    Kaum habe ich mit dem Schmökern angefangen, war ich auch schon mitten in der Geschichte dieser äußerst sympathischen schwäbischen Frauen. Und es wurde mir auch nie langweilig, denn aufgrund des Buchaufbaus ist die Story sehr abwechslungsreich. Der Roman wird abwechselnd aus der Sicht der drei Protagonistinnen Sylvia (pensionierte Deutschlehrerin und knapp 40 Jahre verheiratet), Florentine (Tochter von Sylvia, Autorin, Hundebesitzerin, seit kurzem wieder Single) und Pia (Polizistin, Ehefrau und Mutter dreier Kinder, Freundin von Florentine) erzählt.
    Am Anfang der Geschichte findet Sylvie mit ihrem Hund Eddie die Nachbarin Frau Habermann niedergeschlagen im Keller der Waschküche. Könnte sie das für einen Krimi hernehmen? Und so fängt Sylvie an zu schnüffeln. Aber nicht nur Sylvie… Und es bleibt nicht nur bei dieser einen Untat! Herrlich wie alle drei Frauen einen Ehrgeiz entwickeln und versuchen, auf eigene Faust und mit eigenen Mitteln herauszubekommen, wer hinter dem ein oder/und anderem Verbrechen steckt.

    Besonders gefällt mir die gemütliche Kleinstadt-Atmosphäre. Mindringen ist ein nettes Städtchen am Neckar mit schwäbischen Flair, in der irgendwie jeder jeden kennt. Und selbst wenn die Bürgersteige hochgeklappt werden, läuft man sich unweigerlich über den Weg. Und das führt zu amüsanten Begegnungen. Vieles ist wunderbar miteinander verstrickt. Ein bunter humorvoller Wirrwarr-Knoten.
    Sylvia, Florentine und Pia kommen mit ihren Alltagsproblemenchen authentisch rüber, denn zur Zeit haben die Drei beziehungstechnisch ebenfalls etwas zu knabbern. Aber auch diese ‚Männer-Nebensache‘ wird frauen-souverän-mäßig gemeistert! Tja. Und wenn Eddie nicht wäre - ich mag es, wenn Tieren eine Rolle in Romanen zuteil wird - dann wäre das ein oder andere nicht so passiert, wie es halt passiert ist….

    Dieser Roman ist perfekt für alle, die es etwas spannend, witzig und auch romantisch möchten.
    Beim Lesen hatte ich das Gefühl, selbst in einer Hollywoodschaukel zu sitzen.
    Die Geschichte mit ihren ca. 200 Seiten ist perfekt für ein Entspannungs-Wochenende, denn aufgrund ihres guten Endes entlässt sie einen mit einem wohligen Gefühl wieder zurück in den Alltag.
    Ich kann diesen Roman wärmstens empfehlen!
    Ich freue mich schon auf weiteren Lesegenuss, denn es warten weitere Fälle auf die Drei!