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Meine Meinung:
?Kriege enden nicht? (S. 98)
Mir war nicht bewusst, dass ?Das Herz der verlorenen Dinge? eine Fortsetzung des ?Osten Ard?- Zyklus (?Das Geheimnis der großen Schwerter?) ist, dessen ersten Band Tad Williams bereits vor knapp 30 Jahren geschrieben hat. Entsprechend ist die Welt von ?Osten Ard? eine Welt, die der Autor schon zuvor in vier Büchern entwickelt und aufgebaut hat. Mit einer markanten Geografie, klassischen wie neuen Fantasy-Wesen, einer ganz eigenen Magie-Form (das ?Singen?), mehreren sehr unterschiedlichen Volksstämmen mit eigenen Sprachen und Namensgebungen sowie einer sehr ausgeklügelten und faszinierenden ?Historie? lässt die Welt von Osten Ard sicherlich das Herz eines jeden High-Fantasy-Fans höher schlagen, gar keine Frage!
Da dies mein erstes Buch aus dieser Reihe war, ist mir der Einstieg allerdings ungewöhnlich schwer gefallen. Tad Williams hat auf den Seiten 327 ff. eine kurze Abhandlung über die Feen-Völker Osten Ards und deren Geschichte geschrieben, die man als ?Osten Ard Neuling? auf jeden Fall vor der eigentlichen Geschichte lesen sollte, die ich aber in allen ihren Zusammenhängen dennoch schon als sehr komplex empfunden haben. Dazu kommen die ungewöhnlichen Namen, die für mein Lese-Gedächtnis nicht sehr einprägsam waren, und die mich des Öfteren gezwungen haben, im Glossar ab Seite 333 nachzuschlagen.
Erst nach ca. einem Drittel der knapp 330 Seiten langen Geschichte hatte ich es geschafft, in der Geschichte Fuß zu fassen und zumindest die wesentlichen Charaktere sicher auseinanderhalten zu können. Glücklicherweise stellte es sich heraus, dass es insgesamt keine zehn Hauptcharaktere sind, die die Geschichte vorantreiben. Von diesen haben mir insbesondere der Soldat Porto, der Baumeister Vijeki und die Generalin der Opfermutigen, Suno´ku, sehr gut gefallen. Sehr spannend für die Folgebände ist die Frage, welche Rolle die geheimnisvolle Figur Ayaminu vom Feen-Volk der Sitha gespielt hat.
Die Geschichte selbst hat dann doch ein bisschen Weniger Inhalt geboten, als ich mir das erhofft hatte. Letztendlich geht es hier ? im Anschluss an die Kriege der Vorgängerbände - ?nur? um drei aufeinanderfolgende Belagerungen. Für ein einzelnes Buch wäre mir das viel zu wenig gewesen, als Teil einer Reihe in einem epischen Fantasy-Werk, das George R. R. Martin zu seiner ?Das Lied von Eis und Feuer?-Reihe (?Game of Thrones?) inspiriert haben soll (!), ist das aber durchaus passend und für meinen Geschmack vollkommen in Ordnung.
Besonders gut gefallen haben mir einerseits die düstere und oftmals von Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit geprägte Atmosphäre sowie die drei Schauplätze, die sich Tad Williams für seine Story erdacht hat, sei es die verfallene und irgendwie surreal anmutende Wirrwurzelfeste, der strategisch wichtige Drei-Raben-Turm oder die sagenumworbene Bergfestung der Nornen, die hoch im Norden den letzten Rückzugsort dieses Volkes darstellt.
Tad Williams Erzählstil merkt man voll und ganz an, dass er unbestritten zu den besten Fantasy-Autoren der Gegenwart gehört. Sein Sprache und seine eigenen Namenskreationen passen perfekt zu seiner fantastischen Welt, die er mit seinen Worten plastisch und lebendig entstehen lässt. Durch einen stetigen Wechsel in der Erzählperspektive - zwischen dem Heer der Rimmersleute sowie dem Volk der Nornen ? treibt er die Geschichte stets voran und lässt den Leser an den Motiven, Sorgen und Nöten beider Seiten teilhaben, so dass man sich kaum für eine der beiden Seiten entscheiden kann. Zwischendurch legt Tad Williams dann beim Erzählen nochmal den ?Turbo-Gang? ein, in dem er die Geschichte in ?geraffter? Form durch die Berichterstattungen einer Chronistin beschreiben lässt ? ein sehr interessantes Stilmittel!
Im Zyklus mit den Vorgängerbänden auf jeden Fall eine absolute Leseempfehlung für alle Fans anspruchsvoller High Fantasy, als ?Einstieg? in die Welt von ?Osten Ard? würde ich dieses Buch eher nicht empfehlen.
FAZIT:
Als Teil der ?Osten Ard?-Reihe sehr atmosphärisch, düster und unbedingt empfehlenswert für alle Fans anspruchsvoller High Fantasy.
Was schenkt man jemandem, der schon alles hat? Oder der sich nichts wünscht? Am Besten etwas Selbstgemachtes! Aber was bloß? Jedem, der sich diese Frage schon mal gestellt hat, würde ich ohne mit der Wimper zu zucken dieses Buch empfehlen. Aber auch für alle anderen, die Spaß daran haben, Schöne Dinge selbst zu machen ist ?Made at Home? genau das richtige Buch!
Nach ?Made at Home: Mein Workbook für die kalte Jahreszeit? legen die beiden Autorinnen Tina Defaux und Laura Kirschbacher nun mit ?Made at Home Vol. 2 - Frühjahr & Sommer: Die schönsten Bastel- und Dekoideen für Frühjahr und Sommer? nach. Das Buch ist rd. 22 x 24,5 x 3,5 cm stark und weist eine sehr praktische Spiralbindung im Hardcover auf. Hierdurch kann man bei Bedarf einzelne Seiten entnehmen (z.B. zum Kopieren) und wieder hinzufügen, auch wenn es insgesamt ein wenig fummelig ist. Dem Titel entsprechend sind die ?Do-it-yourself (DIY)?-Ideen in die folgenden vier Kapitel aufgeteilt:
- ?Ostern?
- ?Muttertag & Vatertag?
- ?Grüner wird´s nicht?
- ?von Kopf bis Fuss auf Sommer eingestellt?
- ?Sommer?
- ?Freche Früchtchen?
- ?Abkühlen?
Hier finden sich ganz unterschiedliche Arten von DIY-Ideen für sehr viele Interessengebiete und auch für alle Ausprägungen der handwerklichen und / oder künstlerischen Begabung. Während beispielsweise wohl nicht jeder (auf Anhieb) einen symmetrisch und schick aussehenden Zitronenschirm (S. 171) hinbekommt, ist das große ?Outdoor Tic Tac Toe? für den Garten (S. 141) schnell und einfach gemacht, auch für Grobmotoriker.
Für mich stehen in diesem Buch die Vielfalt und das ?Ideen geben? im Vordergrund. So gibt es Kopiervorlagen, Seiten zum Ausfüllen (gut, die kann man bei Bedarf zuvor auch kopieren), zum Ausschneiden (dito), Vorlagen zum Downloaden von der Homepage des Umschau Verlags und sogar 9 pfiffige Rezepte, u.a. für ein sommerlich leckeres Hugo-Gelee (S. 182), das sich auch prima als Mitbringsel zur Gartenparty oder auch kleines (Gast-)Geschenk eignet! Meine persönlichen Highlights sind die folgenden Projekte:
S.145: ?Licht aus der Konserve?: Hier werden aus alten Konservendosen mit wenigen Handgriffen stimmungsvolle und sehr einfach herzustellende Lichter, sowohl für den In- als auch für den Outdoor-Bereich (Achtung, die können heiß werden ? ggf. Untersetzer nicht vergessen!).
S. 157: ?Früchte-Deckel?: Hier kann man mit wenig Aufwand und viel Spaß bunte Deckel für Gläser (mit Loch für den Strohhalm!) aus Bügelperlen basteln. Sieht nicht nur toll aus, denn damit verirren sich im Sommer keine Bienen & Co. mehr ins Glas (und man kann die Gläser auch nicht mehr verwechseln!
S. 177: ?Drucken mit Lavendelöl?: Mit Lavendelöl können Schwarz-Weiß-Kopien oder -Ausdrucke (z.B. von einem Foto) aus dem Laserdrucker auf einen weißen Baumwollstoff, z.B. ein T-Shirt, transportiert und durch Bügeln fixiert werden. Hier sind auch alle Kombinationen mit Sticken oder Stoffmalfarben möglich!
Natürlich braucht man für die meisten Basteleien das entsprechende Zubehör und / oder Werkzeug und teilweise auch entsprechende Technik (z.B. einen Laserdrucker, s.o.). In Teilen benötigt man auch ein Bisschen eigene Kreativität, wie z.B. bei den ?Glamour am Spiess?-Sticks (S. 128), bei denen aus schnöden Holz-Schaschlikspießen oder Zahnstochern mit wenigen Handgriffen echte Hingucker werden. Damit das Ganze in der Bastelphase nicht am Tisch festklebt, habe ich beispielsweise ein Stück Styropor als Ständer zum Trocknen benutzt.
FAZIT:
Viele tolle Bastel- & DIY-Projekte, von denen sich mehrere auch prima als Geschenkidee nutzen lassen, und bei denen vom Anfänger bis zum Fortgeschrittenen für alle etwas mit dabei ist.
Zum Inhalt:
Anne und ihre beste Freundin Penelope fristen im ?Saint-Lupin?s-Institut für Fortwährend Ungezogene und Grässlich Unansehnliche Kinder? unter der Fuchtel der schrecklichen Oberin ein trostloses Leben und müssen tagein, tagaus im Kohlebergwerk schuften. Ein Entkommen aus diesem Heim gibt es erst mit dem 13. Geburtstag, denn dann darf man mit viel Glück auf eine der vielen Abenteuerakademien wechseln. Doch was ist, wenn einem dort - natürlich vollkommen unvorbereitet - gleich eine Mission der Schwierigkeitsstufe 13 (von zwölf!) aufs Auge gedrückt wird? Und was ist, wenn man für diese schier unerfüllbare Mission nur drei Tage Zeit bekommt??
Meine Meinung:
?Saint Lupin´s Academy? (OT: ?The Adventurer?s Guide to Successful Escapes?) ist das Debut und gleichzeitig der Auftakt zu einer neuen Kinder- und Jugendbuchserie des Kanadischen Autors Wade Albert White. Die Geschichte beginnt im trostlosen Heim ?Saint Lupin?s? damit, dass Anne und Penelope wirklich alles dafür tun, um von hier weg zu kommen. Schnell schließt man als Leser dabei die beiden Mädels ins Herz und zittert und fiebert mit ihnen mit, dass sie es auch schaffen. Überhaupt: Zum Mitzittern und Mitfiebern gibt es in diesem Buch wirklich ganz viele Situationen, denn der Autor schickt seine Heldinnen durch eine Reise quer durch sein neues ?Universum?, das aus einer ?alten Welt? (hups, die kommt mir ganz schön bekannt vor!) entstanden ist. Dabei finden sich die Protagonisten auf immer neuen ?Ebenen? wieder und müssen stets knifflige Aufgaben und / oder gefährliche Situationen meistern. Entsprechend schnell und temporeich entwickelt sich die Geschichte, so dass man beim Lesen eigentlich kaum eine Pause einlegen mag. Doch diese Geschichte wartet nicht nur mit Tempo und Spannung auf, sondern insbesondere auch mit einer nahezu überbordenden Fantasie! In Whites Welt gibt es gefährliche Sandwölfe, Reisen per Drachenfeuerbällen, Ritter die nie gelebt haben, zwielichtige Charaktere wie den hyänenartigen Archäologen Mr. Plutarch H. Shard und noch vieles, vieles mehr zu entdecken. So ergibt sich in Summe ein wunderbarer Lesespaß von der ersten bis zur letzten Seite.
Der Schreibstil des Autors ist erfrischend locker und passt hervorragend zu seiner Geschichte und seinen Charakteren. Am Besten hat mir aber sein Humor gefallen, der mich nicht nur einmal an den großartigen Terry Pratchett, an Douglas Adams oder auch an den Humor á la Monty Python erinnert hat. Genau mein Geschmack!
Einziger kleiner Wehrmutstropfen war für mich, dass der dritte Protagonist im Bunde ? Hiro, der Zauberer ? für meinen Geschmack die ganze Story über doch recht blass geblieben ist und im Schatten der beiden taffen Mädels eher ein Mauerblümchen-Dasein gefristet hat. Hier könnte dem ein oder anderen jugendlichen Leser die passende Identifikationsfigur fehlen.
FAZIT:
Ein wahrlich toller Lesespaß für Jung und Alt mit ganz viel Spannung, Tempo, Humor und vor allem Fantasie! Bitte mehr davon!
?Wer ein Warum zum Leben hat, erträgt fast jedes Wie.?
Friedrich Nietzsche (S. 77)
Meine Meinung:
Die beiden Autoren Francesc Miralles & Héctor García beschäftigen sich in ihrem Buch ?Ikigai? mit der Frage danach, welche (beeinflussbaren) Faktoren sich positiv auf eine lange Lebenserwartung auswirken. Oder anders ausgedrückt, wie es die Autoren selbst beschreiben: ?Ziel dieses Buches ist es, Sie in die Geheimnisse der japanischen Hundertjährigen einzuweihen, Ihnen zu zeigen, wie man ein gesundes, erfülltes Leben führen kann und was man zu tun vermag, um sein eigenes Ikigai zu entdecken.? (S. 15)
Ein hehres und in seiner Komplexität zugleich schwer zu greifendes Ziel. So nähern sich die Autoren dem Thema von vielen verschiedenen Seiten, umrunden es und versuchen dabei, es immer näher einzugrenzen. So ähnlich wie bei einem mathematische Näherungsverfahren. Zentraler Dreh- und Angelpunkt ist dabei das Element, das diesem Buch seinen Namen gegeben hat: Das Ikigai, was man etwa global mit einem ?Lebensziel? beschreiben könnte oder auch ganz alltäglich ??ist Ikigai das, wofür es sich lohnt, morgens aufzustehen.? (S. 19). Ein schönes Schaubild hierzu findet sich auf S. 19, auf dem man das Ikigai als Kern all dessen auffindet, was uns beschäftigt und uns ausmacht. Diesbezüglich regt das Buch den Leser an, innezuhalten und über den eigenen Sinn des Lebens nachzudenken.
Besonders interessant macht dieses Buch für mich aber, dass es wie ein Schweizer Offiziersmesser nicht nur einen Aspekt, sondern eine Vielzahl von Ansatzpunkten und Denkanstößen bietet, wie man sein eigenes Leben positiv verändern könnte. Im Folgenden möchte ich schlaglichtartig einige davon, die ich persönlich besonders interessant fand, kurz erwähnen, um Ihnen einen Überblick über die einzelnen Themen zu bieten:
Die ?80% Regel?: Die Bewohner Okinawas (wo die meisten ?über 100jährigen? leben) füllen ihren Magen bei ihren Mahlzeiten stets nur zu etwa 80%, sodass ein ganz leichtes Hungergefühl zurück bleibt. Angeblich verlangt ein voller Magen dem Körper mehr Anstrengung ab und beschleunige wegen der aufwendigeren Verdauung die Zelloxidation (S. 25).
Mutitasking vs. Flow-Zustand: Unsere Generation leidet unter einer ?Multitasking-Epidemie? (S. 105), d.h. die nachhaltige Konzentration auf eine Sache kommt uns immer mehr abhanden. Studien sollen diesbezüglich ergeben haben, ? dass, wenn wir an mehreren Dingen gleichzeitig arbeiten, unsere Produktivität um mindestens 60 Prozent und unser Intelligenzquotient um mehr als 10 Punkte sinkt.? (S. 106) ? erschreckend, oder? Viel produktiver und gesünder sei es, sich voll und ganz auf eine Tätigkeit zu konzentrieren, um dabei in einen ?Flow? zu gelangen, d.h. einen Zustand, in dem einem die Tätigkeit fast ?wie von ganz allein? von der Hand geht und einem selbst somit ein gutes Gefühl gibt. Selbst die alltäglichen, teils eintönigen Arbeiten wie Geschirrspülen oder Rasenmähen können so zu einem ?Mikroflow? führen.
Entspannung(stechniken) und Bewegung: ?Anhaltender Stress wirkt degenerierend, da ständige Alarmbereitschaft die mit dem Gedächtnis verknüpften Nervenzellen schädigt und die Sekretion bestimmter Hormone hemmt, deren Mangel wiederum Depressionen auslösen kann.? (S. 37) - Das dauerhafter Stress einen sehr negativen Einfluss auf die Gesundheit hat ist inzwischen ja allgemein bekannt. So geben die Autoren u.a. einen Überblick über ?Japanische Hilfsmittel zur Stressmilderung? (S. 38), wie beispielsweise lange Bäder, Ordnung halten und eine ausgewogene Ernährung. In Kapitel VIII ?Sanfte körperliche Aktivität für ein längeres Leben? stellen die Autoren einige der fernöstlichen ?Sportarten? zur Stressreduktion vor, wie z.B. Yoga, Tai-Chi und Quigong. Passender Weise jeweils mit leichten Anfängerübungen (beschrieben und mit Illustrationen versehen). Sehr gut fand ich die Aufforderung einfach öfter vom Stuhl aufzustehen (These: ?Wenn man dreißig Minuten gesessen hat, verlangsamt sich der Stoffwechsel um 90 Prozent.? - S. 170).
?Lebenserfahrungen?: Die Autoren haben für ihr Buch zahlreiche Interviews mit den ?Alten? aus dem Dorf Ogimi geführt und aus deren Antworten fünf Grundregeln als ?Essenz? für ein langes und erfülltes Leben herausgefiltert (S. 141 ? 148): 1. Sich keine Sorgen machen, 2. Gute Angewohnheiten haben, 3. Täglich die Freundschaften pflegen, 4. Ohne Hast leben und 5. Optimismus ? All dieses zu erreicht ist wohl nicht immer möglich ? aber zwei oder drei von fünf sind sicherlich auch schon hilfreich!
Die oben genannten Themen sind wie gesagt nur einige interessante Beispiele aus dem Buch. Es beinhaltet noch viel mehr Ansätze, sowohl bekanntere (wie z.B. das ?Modethema? Resilienz, das zusammen mit dem Thema ?Stoizismus? angeschnitten wird - S.199) als auch (mir persönlich) unbekanntere Themen, wie beispielsweise die interessanten Ansätze der Morita-Therapie (?Handeln bewirkt Veränderung? ? S. 84). Im Kapitel VII (?Die Ikigai-Diät? - S. 151 ff.) darf man allerdings keine Rezepte erwarten! Hier bleiben die Autoren allgemeiner, geben beispielsweise eine kleine Übersicht über Lebensmittel mit hohem Anteil an Antioxidantien (S. 159) oder behandeln die gesundheitlichen Vorzüge grüner / weißer Tees.
Letztendlich bietet dieses Buch einen sehr interessanten Überblick ? ohne dabei zu sehr in die Tiefe zu gehen ? über eine Vielzahl von Themen, die die eigene Gesundheit und damit auch die Lebenserwartung positiv beeinflussen können. Hier waren für mich einige bereits bekannte Themen dabei, aber genauso auch einiges Neues. Letztendlich geben die Autoren selbst zu: ?Es gibt keine Zauberformel, um das Glück zu finden, um sein eigenes Ikigai zu leben? (S. 95). Aber helfen kann einem dieses Buch ? wenn man es denn möchte ? sicherlich.
Das Einzige, was mich wirklich gestört hat ist, dass die Autoren zahlreiche Forscher und Studien zitieren, allerdings stets ohne genauere oder gar weiterführende Angaben. Hier fehlen mir z.B. Fußnoten oder auch ein kleines Literaturverzeichnis im Anhang. Denn so bleibt Manches einfach ein bisschen zu ?schwammig? (z.B.: ?Man nimmt an, dass eine Tasse weißer Tee den gleichen Effekt hat wie zwölf Gläser frisch gepressten Orangensafts.? - S. 161).
FAZIT:
Dieses Buch ist ein kleines Schweizer Offiziersmesser auf dem Weg zu einem gesundheitsfördernden Lebensstil - Aus diesem Baukasten kann sich jeder interessierte Leser die für ihn passenden Bausteine aussuchen, die man dann ggf. mit weiterführender Literatur vertiefen kann.
Zum Inhalt:
Elliot hat es alles andere als leicht: Seine Mutter ist schwer krank, Geldsorgen drücken an allen Ecken und Enden, der Hof in direkter Nachbarschaft zum altehrwürdigen Stonehenge ist total heruntergekommen und in der Schule läuft es auch alles andere als rund. Viel mehr Probleme kann man eigentlich nicht gar nicht haben. Es sei denn, ein Sternbild-Mädchen kracht in den Kuhstall und man steht plötzlich im Mittelpunkt des Interesses der altgriechischen Götter und Dämonen?
Meine Meinung:
?Die Götter sind los? (OT: ?Who Let the Gods Out?) ist das Debut der britischen Schriftstellerin Maz Evans, die zuvor als Journalistin und Dozentin für Kreatives Schreiben tätig war. Und kreativ ist die Geschichte um den gebeutelten Elliot auf jeden Fall, denn so wie hier hat man die altehrwürdige griechische Götterwelt bestimmt noch nicht erlebt! In dieser Geschichte tummeln sich so ziemlich alle, die auf dem Olymp Rang und Namen haben, wie beispielsweise der Fährmann Charon, der sich darüber beklagt, dass man den Toten in Zeiten des bargeldlosen Zahlungsverkehrs keine Goldmünzen für die Fährüberfahrt auf dem Stxy mehr in den Mund legt. Oder aber der modebewussteste aller Götter, der Zeus-Filius und Götterbote Hermes (Fahrzeugkennzeichen: ?Ich bin der Größte!?), der himmlische Strafzettel sammelt. Oder auch Aphrodite, die sogar die Herzen der strengsten Beefeater Jim und Steve schmelzen lässt, so dass sich die beiden schluchzend in den Armen liegen. Last but not least darf natürlich auch der Ober-Schürzenjäger Zeus (?ich bin der Klempner Bob?) nicht fehlen, der mit seinem Getreuen Pegasus ?Peg? mehr als einmal zur Hilfe eilt. Aber nicht nur die mythischen Gestalten überraschen in dieser Geschichte! Denn wer hätte schon gedacht, dass die Queen unter ihrem majestätischen Kleid einen schwarzen Ninja-Kampfanzug trägt? Oder dass der millionenschwere Richard M. Trumpington (Trump?. da war doch was!) in Wahrheit Hypnos, der Dämon des Schlafes (sein Motto: ?Siegen ist alles!?) und Bruder von Antagonist Thanathos ist?
Das klingt jetzt alles total abgedreht und irre witzig? Genau, ist es auch! Maz Evans beschert uns hier eine spannende, temporeiche und vor allem extrem humorvolle Geschichte, die mit dem Sturz des Sternbild-Mädchens Virgo (offizieller Titel: ?Hüterin des Büromaterialschrankes?) in einen Güllehaufen ihren unaufhaltsamen Lauf nimmt. Immer wieder kommt es bei der Jagd nach den Chaossteinen zu den irrwitzigsten Situationen, egal ob in der Unterwelt oder im Diesseits: Hier bleibt echt kein Lachmuskel verschont! Selbst die kleinsten Details sind wunderbar humorvoll, wie beispielsweise Virgos Allzweckhilfsmittel ?Was ist Was? oder auch Hermes´ liebstes Technik-Gadget, der iGott.
Der Schreibstil der Autorin passt dabei perfekt zu ihrer humorvollen Geschichte: frisch, frech und nie um ein Wortspiel oder flotten Spruch verlegen (?sogar meine Unterhose ist älter als du?), wobei es durchaus auch mal ein bisschen deftiger zugehen kann.
Zur Hörbuchproduktion:
Das Hörbuch aus dem Silberfisch-Verlag liegt in gekürzter Fassung vor. Wie viel vom Originaltext tatsächlich fehlt, kann ich nicht beurteilen. Ich kann nur sagen, dass mir nichts ?gefehlt? hat und dass bei 315 Minuten (zu 336 Seiten) nicht allzu viel fehlen kann.
Die Klangqualität der vier Audio-CD´s ist für meinen Geschmack sehr gut. Noch viel besser ist allerdings die Performance des Comiczeichners, Illustrators, Schriftstellers und Schauspielers Martin Baltscheit, die über ?normales? Vorlesen weit hinausgeht. Jedem Charakter verleiht Baltscheit seine ganz eigene Persönlichkeit, sein Tempo, seine Tonlagen und auch seine Lautstärke variieren im Verlauf und passen stets perfekt zur Situation. Hier macht das Zuhören einfach nur Spaß!
FAZIT:
Intensivtraining für die Lachmuskeln: Eine irrwitzige, temporeiche und spannende Geschichte für Jung und Alt. Ein absolutes Hörerlebnis!
Zum Inhalt:
Hier möchte ich ausnahmsweise auf die offizielle Kurzbeschreibung verweisen, die ich für sehr gelungen halte.
Meine Meinung:
?Das Buch der Spiegel? des rumänischen Schriftstellers E.O. Chirovici wurde bereits vorab mit sehr vielen Lorbeeren bedacht, wurde es doch in über 30 Länder verkauft und vom Britischen ?The Guardian? sogar als ?Sensation? bezeichnet. Die Kurzbeschreibung dieses Buches könne vermuten lassen, dass es sich um einen Krimi oder sogar Thriller handelt. Auf dem ? sehr gelungenen ? Cover wird das Buch allerdings zu Recht als ?Roman? klassifiziert, denn obgleich es durchaus Krimielemente hat, ist es doch kein Krimi im eigentlichen Sinn, dafür fehlt einfach der durchgehende Spannungsbogen. Vielmehr spielt der Autor sehr geschickt mit den Tiefen der menschlichen Psyche, den manchmal trügerischen Eigenarten der Erinnerungen sowie den komplexen und höchst subjektiven zwischenmenschlichen Beziehungen.
Durch den Start in die Geschichte fixt der Autor nicht nur seinen Protagonisten, den Literaturagenten Peter Katz (?Er gehörte zu denen, die man bei einer Party schon mal mit einem Gummibaum verwechseln konnte? - S. 109) mit dem alten Mordfall an, sondern auch seine Leser. Denn selbstverständlich möchte man wissen, was sich damals ereignet hat im Haus des gefeierten Princeton-Professors Joseph Wieder (?Er war in jenen Jahren einer der wichtigsten Dozenten in Princeton und wurde als eine Art Prometheus betrachtet, hinab gestiegen zu den einfachen Sterblichen, um ihnen das Geheimnis des Feuers zu enthüllen.? - S. 28).
Mit der Einsendung seines unvollständigen Manuskriptes löst Richard Flynn eine private Ermittlung aus, die wie ein Staffelholz von Hand zu Hand weitergegeben wird, vom Literaturagenten Peter Katz zum investigativen Journalisten John Keller und schließlich zu Roy Freeman, einem pensionierten Polizisten, der damals an den Ermittlungen zu diesem Fall beteiligt gewesen ist. Entsprechend erzählt der Autor seine Geschichte aus nacheinander wechselnden Perspektiven, was für Abwechslung sorgt. Im Laufe der privaten Ermittlungen werden Zeitzeugen aufgesucht, auch die kleinsten Puzzlestücke zusammengetragen und Aussagen festgehalten, die sich zum Teil extrem wiedersprechen, wodurch das Rätsel um den Mordfall zwischenzeitlich tatsächlich immer größer und unlösbarer zu werden scheint. Diese Geschichte zu Lesen habe ich nicht wirklich als fesselnd, aber doch als sehr interessant empfunden, denn auch ich wollte unbedingt erfahren, wie Professor Wieder zu Tode gekommen ist. Am Ende wurde ich nicht enttäuscht, da der Autor auf den letzten rd. 30 Seiten eine Lösung präsentiert, die alles in sich ?passig? macht und die wesentlichen Fragen zuverlässig beantwortet, so dass ich das Buch zufrieden aus der Hand legen konnte. Selbst die Wahl des Titels wird zum Schluss noch erklärt!
Als ungewöhnlich habe ich es empfunden, dass Chirovici nahezu allen seiner Charactere eine gewisse Tiefe und Plastizität durch Beschreibungen ihres Umfeldes, ihrer Geschichte und ihrer Beziehungen verleiht, so dass man sich beim Lesen ständig fragt, welche Informationen vielleicht doch eine gewisse Relevanz für den ?Fall Wieder? aufweisen und was davon nur ?schmückendes Beiwerk drumherum? ist. Hier hätte es für meinen Geschmack an manchen Stellen etwas weniger sein dürfen.
FAZIT:
Keine ?Sensation?, aber doch ein Roman, der geschickt mit den Tiefen der menschlichen Psyche, den manchmal trügerischen Eigenarten der Erinnerungen sowie den komplexen und höchst subjektiven zwischenmenschlichen Beziehungen spielt.
Zum Inhalt:
Auf ihrer kopflosen Flucht vor der Polizei strandet Brünhilde Blum mit ihren beiden Töchtern in Hamburg, ohne Geld und ohne Pässe. In ihrer Verzweiflung wendet sich Blum an die Hamburger Unterweltgröße Egon Schiele. Dieser findet gefallen an Blum und verschafft ihr nicht nur gefälschte Pässe, sondern gleich noch ein angenehmen Leben. Doch alles hat seinen Preis, und der Preis, den Blum zahlen soll, ist hoch?
Zur Aufmachung des Buches:
Wie bereits die beiden Vorgänger-Bände ist auch der dritte Band mit seinem Leinen-Hardcover mit Schutzumschlag, dem griffigen und schweren Papier sowie einem roten Lesebändchen sehr hochwertig produziert. Darüber hinaus sind die Kapitelzahlen sowie die Seitenzahlen in rot gedruckt. Die rd. 480 Seiten (brutto) teilen sich auf in 62 teilweise sehr kurze Kapitel. Durch die großzügige Trennung zwischen den Kapiteln ergeben sich in der Regel ca. 3 Leerseiten, wodurch ich die tatsächliche, mit Text bedruckte Seitenanzahl auf rd. 290 schätzen würde.
Meine Meinung:
?Totenrausch? ist der dritte und (vorerst?) letzte Band der ?Totenfrau-Trilogie? um die Bestatterin und mehrfache Mörderin Brünhilde Blum. Nachdem mir der erste Band (?Totenfrau?) sehr gut gefallen hatte (4 Sterne), war ich vom zweiten Band (?Totenhaus? ? 2 Sterne) sehr enttäuscht. Entsprechend gespannt war ich nun auf den Abschluss der Trilogie. Man kann dieses Buch durchaus auch stand-alone ohne Kenntnis der beiden Vorgängerbände lesen, m.E. sollte man aber auf jeden Fall den ersten Band gelesen haben (den zweiten Band könnte man für mein Empfinden problemlos auslassen).
Bezeichnender Weise gibt es zu Beginn einen kurzen Rückblick auf die Ereignisse des ersten Bandes, während der Autor die etwas merkwürdigen Geschehnisse des zweiten Bandes selbst größtenteils außer Acht lässt. Ich war hierdurch sehr schnell wieder in der Geschichte ?drin?, auch wenn ich den letzten Band vor über einem Jahr gelesen habe. Die Geschichte und damit auch das Unglück nehmen schnell ihren Lauf, wobei das Bedrohliche zu Anfang eher unterschwellig daher kommt. Nach einem kurzen Start auf den Lofoten gelangt Blum mit ihren beiden Töchtern Nela und Uma schnell und vergleichsweise unkompliziert nach Hamburg und damit in die Fänge des zweiten Protagonisten, der Unterweltgröße Egon Schiele. Es ist eine Umbruchsituation, in der Blum und ihre Töchter am Beginn eines Neuanfangs stehen, dessen Erfolg und Ausgang noch zutiefst ungewiss ist. Denn der Albtraum ist noch nicht beendet. Vielmehr gönnt Schiele Blum eine ruhige, trügerische Phase er Erleichterung, umgarnt und verwöhnt sie, bis er Blum vollkommen unvorbereitet trifft?.
Die Story um die ungewöhnliche Bestatterin Brünhilde Blum, die seit dem ersten Band stark polarisiert, war in ?Totenfrau? noch von ?agieren? geprägt. Diesmal ist Blum in einer vollkommen anderen Situation und (fast) die gesamte Story ist von ?reagieren? bestimmt. Erst gegen Ende läuft Blum zu alter ?Hochform? auf und nimmt die Dinge wieder selbst in die Hand. Es ist, als sei sie endlich aus einer Schockstarre erwacht und fängt nun endlich an zu kämpfen, für sich selbst sowie für die Zukunft ihrer Kinder. Wie schon im ersten Band geizt der Autor auch diesmal nicht mit Überraschungen, neuen Wendungen und durchaus auch mit einigen neuen Figuren. Letztendlich werden aber alle anderen Charaktere, die Autor Aichner neu einführt, neben Blum und Schiele zu Randfiguren, sei es der treu-naive Tino (der gerne ein Reza-Ersatz wäre), der gutmütige alte Bestatter Engel oder der sympathische Ermittler Lambert. Diese Figuren haben mir alle sehr gut gefallen, blieben im Vergleich zu Blum und Schiele doch stets ein wenig blass. Dafür findet Aichner einen für meinen Geschmack sehr passenden und ?runden? Abschluss für seine Trilogie, ohne irgendwelche Fragen offen zu lassen.
Ungewöhnlich ist nach wie vor Bernhard Aichners Schreibstil: Sehr oft nutzt er kurze, mehr beschreibende Stakkato-Sätze (?Sie steigt in keinen Zug. Sie fährt nicht weg. Sie isst etwas.? - S. 435). Dafür nutzt er den Namen ?Blum? nicht mehr so Mantra-artig wie noch im ersten Band. Ich glaube, entweder sagt einem dieser Stil zu oder nicht. Wer sich unsicher ist, sollte vor dem Kauf lieber ein bis zwei Kapitel in der Buchhandlung oder auch online durch den ?Blick ins Buch? lesen.
FAZIT:
Skurril, besonders und durchaus spannend: Eine uneingeschränkte Leseempfehlung für alle, die ?Totenfrau? mochte (den man zuvor gelesen haben sollte!).
?Du kannst deinem Leben nicht mehr Zeit geben, darum gibt deiner Zeit mehr Leben? (S. 261)
Zum Autor:
?Born to cook? lautet Markus Sämmers Motto. Er absolvierte seine Ausbildung als Koch im Bogenhauser Hof in München (jüngst zum ?GOURMET RESTAURANT DES JAHRES 2016? in Bayern gewählt), verfügt über langjährige Erfahrungen in der Spitzengastronomie (u.a. Hilton, Dallmayr) und arbeitete als Privatkoch auf einer Yacht. Dass gutes und abwechslungsreiches Essen nicht immer eine top-ausgestattete Küche benötigt, hat er u.a. während eines knapp einjährigen Sabbatical in Australien, seiner achtwöchigen Expedition in die peruanischen Anden sowie auf vielen Trips in Europa erkannt.
Zur Aufmachung:
Dieses im Hardcover-Umschlag gebundene Kochbuch zählt eher in die Kategorie ?Schwergewichte?, ist es mit seinen Maßen von 27,5 x 20,5 x 3,0 cm (HBT) nicht gerade handlich und benötigt während des Kochens / im Trekkingrucksack seinen eigenen Platz. Dieses grundsätzliche ?Problem? hat der Verlag mit einer sehr geschickten Idee entschärft, denn in die Rückseite des Umschlages ist als ?Extra-Gimmick? ein kleines, sehr handliches und leicht zu verstauendes Büchlein (14,5 x 10,5 cm, 4mm dick) integriert - mit knapp 90 Rezepten aus dem Buch ?to go? ? klasse! Damit sollten sich auch mehrwöchige Urlaubstrips kulinarisch abwechslungsreich gestalten lassen!
Das 272 Seiten starke Hauptbuch ist insgesamt sehr hochwertig auf schwerem und griffigem Papier produziert. Natürlich gibt es heutzutage nur noch wenige Kochbücher ohne ästhetisch anspruchsvolle Fotografien, und zwar nicht nur von den Gerichten. Hier wecken die zahlreichen Bilder Lust auf´s Draußen sein und passen sehr gut zum Konzept des Buches, so dass sich ein rundum positiver erster Eindruck ergibt. Lediglich den Verzicht auf ein Lesebändchen finde ich bei einem Kochbuch dieser Preisklasse sehr schade!
Zum Inhalt:
Eines vorweg: Es geht in diesem Kochbuch wirklich zumeist um das Zubereiten von Speisen unterwegs, entweder in freier Natur oder auch im Campingbus. Rezepte zum Zubereiten von Speisen zu Hause zum Mitnehmen auf Trekkingtouren finden sich eher weniger (am meisten in Rubrik 1). Selbstverständlich kann man aber auch alle Rezepte ganz komfortabel ?indoor? in der heimischen Küche nachkochen! (Mal abgesehen vom Stockbrot?)
In der Rubrik ?Bevor ihr loslegt? (S. 10) weist der Autor noch darauf hin, dass die meisten Rezepte für zwei Personen ausgelegt sind. Darüber hinaus findet sich auch noch eine Übersicht über die an den Rezepten befindlichen Icons, von denen es insgesamt 10 Stück gibt und die auf einen Blick die Eigenschaften der jeweiligen Rezepte erkennen lassen (?praktisch & schnell?, ?besonders leicht?, ?vegetarisch?, ?Stattmacher mit reichlich Energie?, ?Rezepte für das offene Lagerfeuer?, ?Gerichte mit wenigen, gut zu transportierenden Zutaten?, ?sehr schnell zuzubereitende Rezepte?, ?Rezepte ohne Kochen?, ?Rezepte für einen Kocher? sowie ?Rezepte für zwei Kocher oder Herdflammen?).
Es folgt noch eine bebilderte Übersicht der notwendigen ?Tools? fürs Kochen unterwegs sowie der ?Basics?, die man stets dabei haben sollte (wie z.B. etwa eine Flasche Olivenöl, Reis und Nudeln). Auf S. 23 findet sich auch eine entsprechende Checkliste, die sich bei Bedarf auch sehr gut als Kopiervorlage eignet.
Das Herzstück eines jeden Kochbuchs, der Rezeptteil ist in die folgenden Rubriken aufgeteilt:
1. ?At Home ? Vorbereitungen zu Hause? (S. 14 ? 41): 23 Rezepte, u.A. drei Müsli-Mixe (S. 38 -39), vier sehr leckere und vielfältig einsetzbare Sirup-Rezepte (S. 28 sehr zu empfehlen: der Rhabarbersirup!) und vier Pesto-Rezepte (S. 27)
2. ?Wake-Up-Call ? Energiegeladen in den Tag? (S. 42 ? 63): 11 Rezepte für die erste Mahlzeit des Tages, u.A. mit Porridge (S. 47) und einem sehr leckeren Milchreis-Rezept (S. 48)
3. ?Quick Refuel- schnelles Powerfood? (S. 70 ? 101?): 21 Rezepte als schnelle Energielieferanten, darunter ein sehr einfacher, aber total schmackhafter und schnell zubereiteter Tomatensalat (S. 80) oder auch der Klassiker ?Falafel? (S. 84)
4. ?Dine In ? auf ein oder zwei Flammen im Bus kochen? (S. 110 ? 145): 21 Rezepte für die Regentage der Touren. Meine Highlight sind die die fünf Polenta-Varianten (S. 139) sowie die sehr leckere vegetarische ?orientalische Hirsepfanne mit Gemüse? (S. 144)
5. ?Dine Out ? Draußen kochen auf Grill und Lagerfeuer? (S. 154 ? 205): 22 Rezepte für echte Lagerfeuerromantik, wie z.B. das ?Feuertonnen Kasfondue? (S. 178/179) oder auch der Mediterrane Hähnchenschmortopf (S. 187), der auch zu Hause fantastisch schmeckt!
6. ?Sweet Love ? Süsses und Desserts? (S. 210 ? 231): Wer sich viel bewegt, darf auch ungeniert schlemmen ? wie z.B. mit diesen 13 Rezepten, von denen ich insbesondere das sehr schnell zubereitete ?Camping Tiramisu? (S. 219) oder auch den Klassiker ?Kaiserschmarn? (S. 225) erwähnen möchte
7. ?Refresh ? Durstlöscher und Wachmacher? (S. 240 ? 259): 9 Rezepte für wirklich leckere Getränke, wie beispielsweise die ?Pink Grapefruit Lemonade? (S. 255) oder auch der leckere Apfelpunsch (S. 259)
Sehr schön abgerundet wird dieses Buch durch viele kleine eingeschobene Artikel zu diversen Themen, die sich alle um ?Outdoor? und / oder ?kochen? drehen, wie beispielsweise:
?Vorstellung: Bouldern? (S. 64 ? 69)
?Traumberg Alpamayo? (Tagebuchauszug aus der Peru-Expedition)
?Wandern? (S. 103)
?Zwiebeln schneiden ? so geht´s richtig? (S. 83)
?Mountainbiken? (S. 147)
?Light my Fire? (S. 159 - z.B. Auswahl des Feuerplatzes, Aufbau und Anzünden)
?Fisch filetieren? (S. 176)
?Klettern? (S. 233 -235)
Am Ende finden sich natürlich noch ein Rezeptindex (S. 262) sowie ein Rezeptregister (S. 264). Ein Zutatenregister fehlt hingegen leider.
FAZIT:
Ein sehr hochwertiges Kochbuch mit vielen, sehr abwechslungsreichen Rezepten sowie Bildern und kleinen Artikeln, die richtig Lust darauf machen, in die Natur zu gehen und diese zu erleben.
Zum Inhalt:
Obwohl Percy erst 16 ist, hat sie schon viel durchgemacht. Ihren Vater hat sie nie kennengelernt und ihre drogensüchtige Mutter Carletta verschwindet immer wieder für mehrere Tage, um sich ihrer Sucht hinzugeben. Als sie von einem Bekannten erfährt, dass er ihre Mutter auf der heruntergekommenen Ranch des Drogendealers Shelton gesehen haben will, fährt sie trotz des herannahenden Blizzards los, um sie Mutter nach Hause zu holen. Doch statt Carletta findet Percy auf der Ranch nur den zugedröhnten Shelton, seine bewusstlose Freundin und ein kleines Baby, das kurz vor dem Erfrieren ist. Percy weiß sofort, dass sie das kleine Mädchen aus dieser Crack-Höhle retten muss?
Meine Meinung:
?Sweetgirl? ist der Debutroman des amerikanischen Schriftstellers Travis Mulhauser. Er entführt seine Leser in die unwirtliche Winterwelt von Michigan (?Und das ist das echt Üble am Winter in Cutler County ? eigentlich nicht so sehr die Kälte, mehr die Tatsache, dass es sich irgendwann persönlich anfühlt.? - S. 23). Die Protagonistin, die 16-jährige Percy, war mir vom Start weg durch und durch sympathisch, was nicht nur an ihrem Verantwortungsbewusstsein und ihrer taffen Art lag. Allen Schwierigkeiten trotzend, die ihr das Leben bislang in den Weg geworfen hat, ist Percy eine Kämpferin, die niemals aufzugeben scheint (?Krise ist ein Dauerzustand, wenn man Carletta James? Tochter ist?).
Die Geschichte wird sehr schnell spannend, denn bereits auf Seite 23 startet Percy ihre Rettungsmission für die kleine Jenna und beginnt ihren Kampf gegen die eisigen Naturgewalten des tobenden Blizzards und gegen die Zeit. Entsprechend habe ich mich gefreut, dass Percy und die kleine Jenna Hilfe bei Carlettas Ex-Freund Portis gefunden haben. Obgleich dieser ein zurückgezogener, eigenbrödlerischer Einsiedler ist, dessen beste Freunde seine Hündin Wolfdog und der Alkohol sind, ist Portis neben Percy doch die zweite große Figur dieses Buches, die man einfach gern haben muss. Mich hat die ?Flucht? dieses kleinen Trios durch die Wildnis regelrecht gefesselt und mitgenommen, geizt Autor Mulhauser doch nicht mit Gefahren und auch Dramatik. Bis ganz zum Schluss habe ich mit Percy mitgezittert und mitgefiebert und gehofft, dass ihr selbstloser Einsatz nicht umsonst gewesen sein wird. Am Ende ist mir Percy ebenso ans Herz gewachsen wie Percy die kleine Jenna ins Herz geschlossen hat.
Neben den beiden Helden, Percy und Portis, bietet der Autor dem Leser auch mehrere Antihelden an, allen voran natürlich der Drogendealer Shelton, der eine sehr gelungene Mischung aus Landei-Klischee, Witzfigur, latender Bedrohung und tragischem Dasein ist. Hierdurch entstehen von Zeit zu Zeit durchaus skurrile, manchmal schon fast surreal anmutende Szenen, die den Plot durchaus auflockern, doch ohne ihm insgesamt den Tiefgang zu nehmen.
Der Schreibstil des Autors hat mir ausnahmslos sehr gut gefallen. Er findet stets die passenden Worte, die zu seinen Charakteren und der Situation passen. Seine Beschreibungen gehen stellenweise schon ins Poetische (?Ihre Augen waren grüngrau, die Farbe vom Rand des Himmels, bevor ein Sturm ausbricht? - S. 21?). Hinzu kommen oft mal dezenter, mal stärker durchschimmernde ironische Untertöne und humorvolle Sichtweisen auch in den schwierigsten Situationen (?Auf seinen Rücken war WHITEBOY tätowiert ? wahrscheinlich damit ihn keiner für einen schwarzen Albino hielt ?? S. 15), obgleich der ironisch-humorvolle Unterton im weiteren Fortgang der Geschichte immer mehr verblasste. So ließ sich dieses Buch sehr flüssig und unterhaltsam lesen.
FAZIT:
Ein überzeugendes Debut: Spannend, bewegend und mit einer ganzen Bandbreite von Gefühlen.
Zum Inhalt:
Helsingborg, Schweden: Nach einer halsbrecherischen Verfolgungsjagd landet ein roter BMW im Hafenbecken und versinkt sofort. So wundert sich auch niemand, als ein reicher Unternehmer nur noch tot aus dem Wrack geborgen werden kann. Merkwürdig ist nur, dass der Rechtsmediziner Einar Greide feststellt, dass der Tod schon vor Monaten eingetreten sein soll. Noch merkwürdiger wird es, da Augenzeugen noch vor wenigen Tagen mit dem Toten gesprochen haben wollen. Für die Ermittler um Fabian Risk beginnt ein nervenaufreibender Fall, bei dem sich im Lauf der Ermittlungen immer nur mehr Fragen als Antworten zu ergeben scheinen?
Meine Meinung:
?Minus 18 Grad? ist der dritte Fall um den Ermittler Fabian Risk des schwedischen Bestsellerautors Stefan Ahnhem. Obgleich ich die beiden ersten Bücher noch nicht kenne, hatte ich vergleichsweise wenig Schwierigkeiten, in die Geschichte hineinzufinden. Ein paar Probleme bereiteten mir Anfangs die für deutsche Ohren ungewohnten skandinavischen Namen, aber nach dem ca. ersten Fünftel hatte ich auch damit keine Schwierigkeiten mehr.
Die Story selbst startet mit einem kurzen Prolog, in dem der Autor seine Leser bereits das erste Mal mit einer überraschenden Wendung konfrontiert. Das hat durchaus Seltenheitswert, aber eines sei an dieser Stelle schon mal verraten: Stefan Ahnhem hält in diesem Thriller gleich diverse überraschende Wendungen parat! Nach dem Prolog geht es sogleich sehr rasant weiter, da sich Kripo-Chefin Astrid Tuvesson eine wilde Verfolgungsjagd mit dem BMW quer durch die Stadt leistet. Im Folgenden nimmt Ahnhem die Action wieder deutlich zurück und baut seinen Fall auf, d.h. er wirft eine Frage nach der anderen auf und lässt dabei sowohl seine Ermittler als auch die Leser mit großen Fragezeichen zurück. Als wäre dieser äußerst rätselhafte Fall der Helsingborger Polizei noch nicht vertrackt genug, webt Stefan Ahnhem noch einen weiteren Fall in die Geschichte hinein, der sich parallel im gegenüber liegenden dänischen Helsingør abspielt. Die Ermittlungen treibt hier Polizisten Dunja Hougaard voran, die den treuen Ahnhem-Lesern schon aus den Vorgängerbänden bekannt ist.
So ergibt sich insgesamt eine Story, die von ihrer Komplexität und einer ? für meinen Geschmack ? brillanten Grundidee lebt. Darüber hinaus bedient sich der Autor einiger durchaus ungewöhnlicher Stilelemente, die mich ungefähr zur Mitte des Buches haben zweifeln lassen, wie es denn ob der aktuellen Geschehnisse noch spannend weitergehen soll (Mehr kann ich nicht verraten ohne zu spoilern!). Doch keine Sorge, die Überraschungen gehen dem Autor nicht aus und die Spannung bleibt bis zum ? teilweise sehr dramatischen ? Ende auf hohem Niveau. Natürlich lässt es sich der Autor nicht nehmen, auch ganz am Ende seiner Geschichte nochmals für einen richtigen Paukenschlag zu sorgen, den ich in keinster Weise erwartet hätte. Hier ist Fabian Risk der Einzige unter den vielen Ermittlern, der ein ganz feines Näschen beweist! Das ist wirklich allerfeinste Thriller-Unterhaltung, die es einem schwer machen, sich zwischendurch von dieser Geschichte zu lösen.
Die Charaktere sind sehr vielfältig und durchaus individuell ausgearbeitet. Natürlich schleppt auch Fabian Risk sein ganz persönliches Päckchen mit sich herum, wie es heutzutage ja (fast) jeder Roman-Ermittler tut. Bei ihm sind es die zerrüttete Ehe mit seiner Frau Sonja, die mir alles andere als sympathisch war, und die sehr schwierige Beziehung zu seinem Sohn Theodor. Doch auch die persönlichen Probleme werden im Verlauf der Geschichte für Fabian Risk noch stark zunehmen! Lediglich die okkulte Rahmenhandlung um seine Tochter Mathilda hat mir nicht gefallen, da dies für mich nicht in einen bodenständigen Thriller passt.
Last but not least möchte ich noch betonen, dass mir der Schreibstil des Autors sehr gut gefallen hat. Er ist flüssig, unterhaltsam und zu Beginn stellenweise durchaus humorvoll (??wiederholte Fabian und kam sich wie ein geistig benachteiligter Papagei vor? - S. 32).
Zum Hörbuch:
Das ungekürzte Hörbuch kommt auf 2 MP3-CD´s (Achtung, läuft nicht auf jedem CD-Player!) mit einer Gesamtspieldauer von 15 Stunden und 44 Minuten daher. Gesprochen wird der Text von David Nathan, der deutschen Synchronstimme von Johnny Depp, Christian Bale und Paul Walker. Bei seiner Art zu Lesen, mit viel Betonung, stets dem richtigen Tempo und wohldosierten kleinen Pausen, macht das Zuhören wirklich Spaß. Scheinbar mühelos schafft er es, verschiedenen Charakteren mit Stimmmodulation eine eigene Individualität zu verleihen.
FAZIT:
Ein grandioser, fesselnder Thriller mit einer faszinierenden wie beunruhigenden Grundidee und vielen Überraschungen!