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Bewertungen von Leser/innen

  • Der Horror der frühen Chirurgie von Fitzharris Lindsey

    Nach „Der Horror der frühen Medizin“ entführt uns die Autorin Lindsey Fitzharris wieder zu den Anfängen der Medizin, diesmal in das Fachbereich der plastischen Chirurgie bzw. der Kieferchirurgie. Harold Gillies hat während des ersten Weltkrieges aufgrund der entsetzlichen Gesichtsverletzungen eine Klinik in England aufgebaut, um mit den diversen Lappenoperationen und Rekonstruktionen den entstellten Männern wieder ein Gesicht zu formen und ihre Identität wiederherzustellen. Fitzharris schildert sehr anschaulich die Grauen der damaligen Zeit und wie es Gillies gelingt, einen neuen Zweig der plastischen Chirurgie im Sinne der wiederherstellenden Disziplin mit irrsinnig viel Idealismus und Mut zu schaffen.
    Mir hat dieses Buch, schon genauso wie sein Vorgänger, sehr gut gefallen und obwohl es ein nicht leicht verdauliches Thema ist, war das Lesen wirklich ein „Vergnügen“. Aber ich bin als Zahnärztin auch gewissermaßen von einen entfernten Fachgebiet und es war auch berufliches Interesse der Ausschlag für den Kauf des ersten Teiles. Was mir besonders gut gefallen hat, ist die Betonung der Interdisziplinarität, die Gillies schon sehr voran getrieben hat und die ich mir in der heutigen Zeit als Medizinerin wieder mehr wünschen würde! Also eine klare Leseempfehlung von meiner Seite!

  • Diese wunderbare Buch entführt den Leser in das Jahr 1922 in die Kurstadt Baden-Baden. Die Hauptfigur Alma Täuber arbeitet als Telefonistin und wird zufällig Ohrenzeugin eines seltsamen Telefonats, dessen Inhalt sie dann auf den Mord an einer scheinbaren Prostituierten rückschließt. Nach ihrer Meldung bei der Polizei erkennt sie aber, dass wohl ohne ihr Zutun nicht weiter nachgeforscht wird und beginnt mit ihren Geheimermittlungen. Ihre beste Freundin und Mitbewohnerin Emmi und ihr Cousin Walter stehen ihr zur Seite und bald gewinnt sie auch das Herz des feschen Kriminalkommissarsanwärter Ludwig, den sie überzeugen kann, dass da wohl mehr dahintersteckt als ein Mord an einem leichten Mädchen. Alma beweist mit viel Mut und Durchblick, dass sie eine geborene Ermittlerin ist.
    Die Geschichte ist toll geschrieben, flüssig und mit viel Spannung zu lesen. Die Charaktere rund um Alma sind liebevoll beschrieben, ich habe sie schon beim ersten Kennenlernen ins Herz geschlossen! Außerdem erfährt man einiges über das Leben in den 20er Jahren und es muss nicht immer Berlin sein, um unterhaltsame Lesestunden zu haben. Für mich eine absolute Leseempfehlung, spannend, lustig und mit dem gewissen Augenzwinkern!

  • Dieses wunderschöne Kinderbuch „Wie pflanze ich ein Einhorn?“ erzählt die Geschichte von Sally, einem kleinen Mädchen, das seiner Omi eine Freude machen will und deshalb in einem zauberhaften Laden Samen zum Pflanzen von Einhörnern ersteht. Aber Sally meint es zu gut und schon über Nacht hüpfen 24 unterschiedlichste glitzernde Einhörner in ihrem Zimmer umher und stellen die Welt von Sally ordentlich auf den Kopf. Aber Gott sei Dank findet sie eine Lösung und natürlich gibt es ein herziges Happy End!
    Das Buch ist wirklich wunderschön illustriert, sehr detailreich und auch ohne Text gibt es sehr viel zu entdecken. Man kann sich die Geschichte von Sami, dem süßen Lesebären, vorlesen lassen oder selbst der Vorleser sein, wenn man die Geschichte genießen will. Beides ist sehr zu empfehlen! Diese Buch hat jedenfalls zu 100 Prozent das Potenzial zum Lieblingsbuch meiner Nichte!

  • Der kleine Lesebär SAMi hat sofort die Herzen von Klein und Groß erobert.
    Einfach über WLAN zu installieren und starten, kann man sich schon das im Starterset enthaltene Buch „Der größte Schatz der Welt“ anhören. Die Geschichte an sich ist überaus herzig, der kleine Affe begibt sich auf die Suche nach einem Schatz, um seiner Mama eine Freude zu bereiten. Und so erfährt er von den anderen Tieren, dass ein Schatz nicht unbedingt materiell wertvoll aus Gold oder Edelsteinen sein muss. Schließlich erklärt ihm auch seine Mama, was bzw. wer denn ihr größter Schatz ist.
    Die Zeichnungen sind süß gestaltet. Und auch wenn SAMi nicht zu Stelle ist, kann man das Buch ohne Weiteres den Kleinen selbst vorlesen (von dem ich persönlich ja nach wie vor der größte Fan bin!).
    Aber wenn man seine Kinder gut beschäftigt wissen will, ist SAMi sicher eine tolle Lösung. Die Stimmen sind sehr angenehm, der Bär ist kindersicher gebaut und hat ein süßes Erscheinungsbild! Zuerst haben ihn meine 11- und 13- jährige Töchter ausprobiert und für sehr gut beurteilt. Wichtiger war mir aber dann doch die Meinung der 4jährigen Nichte: und auch sie war begeistert. SAMi durfte bei ihr einziehen und ist seitdem ein täglicher Vorleser!

  • Affenhitze von Volker Klüpfel; Michael Kobr

    Der Kultkommissar Kluftinger begibt sich in seinem neuesten Fall in ungewohntes Terrain. In einer Tongrube wird der Top-Paläontologe Brunner ermordet, er stellte mit seinem Fund von mehreren Knochen von Udo, dem Allgäuer Menschenaffen die These auf den Kopf, dass die in Afrika beheimatete Lucy, der erste Vorgänger war, der sich zeitweise auf zwei Beinen fortbewegt hat. Ist er das Opfer von Neid und Missgunst unter seinen Kollegen geworden oder reicht die Ursache doch in sein Privatleben hinein?
    Bei Klufti ist aber auch privat einiges los. Seine Enkeltochter bekommt eine Kinderfrau, die ihm gar nicht zu Gesicht steht und er entdeckt facebook, was natürlich kluftimäßig zu Aufregungen in den sozialen Medien führt. Und Doktor Langhammer darf auch nicht fehlen, er führt Kluftinger in den Drohnenflug ein…
    Ich bin ein bekennender Klufti-Fan, habe alle Bände daheim und freue mich jedes Mal, wenn ein neuer Fall erscheint. Alle Charaktere, sei es er selbst, seine Familienmitglieder, Freunde oder Arbeitskollegen wachsen einem sehr schnell ans Herz und auch diese Geschichte schafft es schon nach den ersten Seiten, dass man sich wieder wohl und heimelig fühlt. Es gibt wieder viele Stellen, an denen man laut auflacht und es ist ein wahrer Lesegenuss bis zur letzten Seite!

  • Mord im Gewächshaus von Elizabeth C. Bunce

    Myrtle Hardcastle ist ein sehr ungewöhnliches Mädchen für das 19. Jahrhundert. Ihre Mutter ist schon seit Jahren tot, und seitdem hat sie nur noch ihren Vater und ihre Gouvernante. Eines Nachts bemerkt sie etwas Seltsames im Nachbarhaus. Sie alarmiert die Polizei und tatsächlich wurde die Besitzerin des Hauses tot aufgefunden. Allerdings glaubt die Polizei nicht, dass Miss Wodehouse ermordet wurde. Und so nimmt Myrtle die Ermittlungen auf. Gemeinsam mit ihrer Gouvernante will sie den Fall lösen und sofort hat sie einen Verdächtigen - den Gärtner Mr. Hamm. Denn dieser hatte in der Früh die Lilien der alten Dame verbrannt. Und dann ist auch noch die Katze. Die muss Myrtle unbedingt finden. Denn vielleicht ist sie ja eine Spur?
    Ich fand das Buch sehr verwirrend. Die Geschichte hat mir sehr gut gefallen, allerdings war der Schreibstil nicht mein Fall. Myrtle hat auch oft Schlüsse gezogen, die ich nicht nachvollziehen kann. Außerdem ist es in der Ich-Perspektive geschrieben, das macht das Ganze für mich in dieser Geschichte seltsam. Es ist ganz gut aufgebaut, da es viele verschiedene Spuren gibt, und die Gespräche mit der Katze sind äußerst amüsant. Das Ende ist ein wenig kurz geraten, da wäre vielleicht noch etwas außerhalb des Falles unterhaltsam gewesen. Ich empfehle das Buch für Kinder ab 10 Jahren. Es ist nur sehr schwierig zu lesen, die Geschichte ist nicht gruselig. Wem dieses Buch über England im 19. Jahrhundert und Kriminalgeschichten mag, empfehle ich außerdem Wells&Wong vom gleichen Verlag. Viel Spaß beim Lesen!

  • Die andere Schwester von Peter Mohlin; Peter Nyström

    Im zweiten Band der Krimiserie rund um John Adderley geht es um eine dominante Geschäftsführerin einer Onlinedatingplattform, die meint, dass sie das Leben anderer, einschließlich der Schwester, bestimmen kann, damit es immer zu ihrem Vorteil ist. Diese wird in einer Kaffeerösterei brutalst ermordet aufgefunden und sie ist nicht das einzige Opfer in dieser Geschichte. John alias Frederik Adamson (er befindet sich im Zeugenschutz) wird von der Vergangenheit eingeholt und verstrickt sich immer mehr in seinen Versuchen, diese zu vertuschen. Und welche Rolle spielt nun die Schwester des ersten Opfers, die mit ihrem eigenen Leben nicht zurecht zu kommen scheint?

    Ich kenne den ersten Band von den Autorenduo nicht, vielleicht ein Grund, weshalb ich mir sehr schwergetan habe, in diese Geschichte hineinzurutschen. Dazu kommt, dass ich keine Verbindung zu den Charakteren aufbauen konnte, weil ich sie unsympathisch finde. Teilweise fand ich es abstrus und sehr konstruiert. Erst das letzte Drittel ist meiner Meinung nach eine Bereicherung und hat mir vom Spannungsaufbau sehr gut gefallen! Ob ich einen weiteren Band davon lesen werde, bezweifle ich aber…

  • In einer stillen Bucht von Luca Ventura

    Ein mysteriöser Mordfall beschäftigt die beiden Agenti Enrico Rizzi und Antonia Cirillo. Die angesehene Direktorin des Musikkonservatoriums von Neapel, Maria Grifo, wird erwürgt in einen Koffer in einer abgelegenen Bucht von Capri gefunden und eine Spur führt in das nahgelegene Hotel La Principessa. Welche Geheimnisse hatte die resolute und ehrgeizige Grifo beziehungsweise welche Personen hat sie sich zum Feind gemacht?
    Neben der wunderschönen Insel Capri bringt uns der Autor in die pulsierende Stadt Neapel und auch der ruhigen Insel Procida wird ein Besuch abgestattet. Ich glaube nicht nur bei jemanden, der die traumhafte Gegend des Golfes von Neapel kennt, erzeugen die Worte ein tolles Kopfkino. Es ist bereits der dritte Band rund um Rizzi und ich habe alle drei sehr genossen. Die Geschichte ist schlüssig aufgebaut und lässt sich flüssig lesen ohne unnötige Längen. Die Charaktere sind interessant und wir lernen auch ihre Schwächen kennen. Ich hoffe sehr, dass es eine Fortsetzung geben wird, damit ich wenigstens wieder gedanklich in den Süden Italiens entführt werden kann! Von mir eine absolute Leseempfehlung!

  • Dies ist der 4.Teil der Reihe und man sollte am besten die vorangegangenen Bände kennen, sonst kennt man sich in der Geschichte nicht aus. Achtung: In dieser Rezension sind Spoiler enthalten!
    Sophie und ihre Freunde sind auf der Flucht. Und diesmal müssen ihre Freunde nicht vor Black Swan, sondern vor dem hohem Rat fliehen und zwar zu Black Swan. Dafür müssen sie allerdings erst einmal ein Rätsel lösen, und das ist nicht gerade die einfachste Aufgabe! Doch Sophie, Biana, Keefe und Fitz, und ein ungeahnter Gast, schaffen es und kommen in das Hauptquartier von Black Swan. Gleichzeitig breitet sich noch eine seltsame Seuche unter den Gnomen aus. Es scheint, als würde es kein Heilmittel für die Infizierten geben.
    Black Swan hat zur gleichen Zeit den Plan, Prentice aus dem Exil zu befreien. Dabei werden sie in eine Falle gelockt, und Fitz wird schwer verletzt. Der hohe Rat, der ihnen diese Falle gestellt hat, will im Austausch für Prentice den Neverseen Typ, den Black Swan gefangen hat. Sophie schafft es nicht Prentice zu heilen. Und dann müssen die Kinder auch noch nach Exillium, in die Schule für die Ausgestoßenen. Und dort müssen sie jede Menge Tests bestehen. Doch werden sie das alles schaffen? Neverseen pfuscht ihnen noch dazu ins Handwerk…
    Mir hat das Buch sehr gut gefallen, da ich auch schon die ganze Reihe mitverfolge. Ich mag die Geschichte und ich mag die Figuren. Auch dieser Teil war wieder wunderbar. Ich freue mich schon auf den neuen Teil, der zum Glück bald herauskommt. Ich empfehle die Buchreihe ab 10 Jahren und es ist ein Muss für alle Fantasy-Liebhaber. Viel Spaß beim Lesen!

  • Stunden des Aufbruchs von Nina Konstantin

    Charlotte, unschuldige 19 Jahre alt (zu dieser Zeit noch minderjährig) wird 1951 in Berlin vor vielen Herausforderungen gestellt. Sie lernt die Liebe und ihre Unterschiede kennen, reift zu einer erwachsenen, durchsetzungskräftigen Dame und trifft auf Vera, die schon Hosen trägt und als Besitzerin eines Tanzlokals ihren Mann stehen muss.
    Man ist als Leser mitten in einer Geschichte der Nachkriegszeit, die Ruinen der zerbombten Stadt sind allgegenwärtig und auch die Besetzung durch die Alliierten bzw. die Trennung von Ost- und Westberlin wird thematisiert. Hauptthema bleibt aber trotz der geschichtlichen Inputs das Zwischenmenschliche und die Gefühle der beiden Frauen.
    Mir hat die Geschichte über die spürbare Aufbruchszeit der 50er Jahre sehr gut gefallen, es ist wunderbar flüssig geschrieben und man kippt gut hinein. Das Ende lässt wohl eine Fortsetzung vom Traum von Vera und Charlotte zu, zumal noch ein paar Fragen bezüglich Veras Vergangenheit im 2. Weltkrieg für mich noch offen sind.
    Alles in allem eine klare Leseempfehlung!