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Im neuen Tyrolia Titel „Ich hab ein Rad in Kathmandu“ erzählt die Garmischerin Billi Bierling höchst interessant und spannend über ihren beruflichen Werdegang, der sie in viele Länder der Erde geführt hat, über ihre Entwicklung von der wenig sportbegeisterten Jugendlichen zur Ultramarathonläuferin und zur 8000er Bergsteigerin, über das aktuelle Bergsteigen im Himalaya und den kommerziellen Bergtourismus in Nepal. Vor allem aber berichtet sie von ihrer langjährigen Interviewarbeit für die Himalayan Database und die Zusammenarbeit mit der Himalaya-Chronistin Miss Elisabeth Hawley. Billi kennt die Berge aber nicht nur durch die Interviews, sie spricht mit den Bergsteigenden, den Sherpas und den Bergführer:innen der Expeditionen vor und nach deren Besteigungen an den großen Bergen des Himalayas, sondern auch durch ihre eigenen Besteigungen des Everest und weiterer 8000er, z.T. sogar ohne zusätzlichen Sauerstoff. Ein rundum lesenswertes und empfehlenswertes Buch für Bergliebhaber:innen, das mir sehr gut gefallen hat. Etwas mehr Raum hätte Billi Bierling vielleicht ihren eigenen Besteigungen einräumen können. Und wer noch tiefer in die Geschichte um Miss Hawley und ihr Projekt Himalayan Database einsteigen will, dem sei „Wir sehen uns in Kathmandu“ (leider vergriffen) als Ergänzung empfohlen.
Als ich den russisch klingenden Namen Abalakow im Titel eines Tyrolia-Bergbuchs las, erinnerte ich mich an die Abalakow-Eissanduhr und die Abalakow-Verankerung. Das also musste der Namensgeber der Sicherungsverfahren sein, die ich vor Jahren in meiner Eiskletterausbildung gelernt hatte. Das Interesse an dem Buch „Stalins Alpinisten, der Fall Abalakow“ war geweckt. Der Autor Cedric Gras hat in russischen Archiven und Quellen umfangreich recherchiert und schildert in dem höchst interessanten Buch das sehr unterschiedliche Leben der Brüder Jewgeni und Witali Abalakow in Russland in der Zeit der Stalinära und nach dem Krieg bis in die 1970er Jahre; ihre Erfolge an den höchsten Bergen im Pamir und im Kaukasus, die Leidens- aber auch Leistungsfähigkeit der Bergsteiger unter widrigsten Bedingungen am Berg, bis hin zu den Schrecken dieser Zeit mit Erschießungen, willkürlichen Verhaftungen und den langjährigen Haftstrafen im Gulag, die jederzeit auch erfolgreiche Bergsportler treffen konnten und wo zahlreiche Bergkammeraden der Abalakow’s ihr Leben verloren. Das Buch beleuchtet die massive Einflussnahme der herrschenden Staatsdoktrin auf die Entwicklung des Bergsports in Russland, aber auch die bedeutende Rolle der Brüder Abalakow in dieser Zeit. Ein Buch über ein fast unbekanntes Kapitel Bergsportgeschichte. Ich kann das Buch wärmstens empfehlen.
Informativ und spannend, aber auch unterhaltsam, führt uns Autor Tom Dauer durch das wahrhaft beeindruckende, aber viel zu kurze Leben des Kurt Albert. Er nimmt uns mit auf zahlreiche Reise- und Bergabenteuer, bringt uns aber auch den Menschen Kurt Albert näher, der mit seiner Einstellung und seinem Klettern, auf den heimischen bis hin zu den entlegensten Bergen der Welt, die Geschichte des modernen Kletterns entscheidend und nachhaltig beeinflusst und geprägt hat. Rotpunkt ist nicht nur ein einfacher Fachbegriff für das Klettern einer Route, durch Kurt Albert verbindet man damit Frei-Klettern auch im Sinn von frei sein. Auch wenn er es zeitlebens sicher nie wollte, ist er zu einem Idol für ganz viele Kletterer jeden Alters geworden. Das neue Tyrolia-Buch über Kurt Albert hat das Zeug zur Pflichtlektüre für alle Kletterbegeisterten zu werden. Es hat mir sehr gut gefallen. Unbedingt lesenswert!