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Bewertungen von Leser/innen

  • MARCO POLO Reiseführer Köln von Ralf Johnen; Jürgen Raap

    Schon seit mehr als zwanzig Jahren lebe ich gar nicht so weit von Köln entfernt. Während des Studiums besuchte ich oft eine dort studierende Freundin und war auch danach immer wieder da. Ich mag die Stadt, kenne vieles und sicherlich auch den einen oder anderen Geheimtipp und trotzdem bin ich immer wieder neugierig auf Köln. Zum Karneval war ich einmal da, das reicht, aber die Stadt am Rhein hat ja noch so viel mehr zu bieten.

    Reisen mit Insider Tipps verspricht das Büchlein, das vor mir liegt. Und genauso ist es. Ich finde noch viel Tipps, gerade im Bereich Ausgehen und Restaurants, aber auch Shopping und Ausflüge, die ich noch gar nicht kenne. Bei Orten, die ich kenne, kann ich noch viel Wissenswertes nachlesen, das hat mir gut gefallen. Auch für Kölnkenner ein tolles Buch, das noch viele Tipps parathält!

    Ein praktischer Stadtplan und eine Übersicht über die Bahnen in Köln sind ebenfalls mit drin und helfen vor Ort weiter. Auch die Bucketlist im Vorderteil der Umschlagklappe hat mir gut gefallen und bietet noch einiges, das ich entdecken kann!

  • Ich mag das Reisen sehr, daher kenne ich viele Orte und auch viele, viele Reiseführer und Urlaubsbücher. Madeira aber ist uns neu, meine Mama würde sehr gerne dort einmal Urlaub machen. Daher hat mich natürlich interessiert, warum sie dorthin will, was sie so fasziniert und ob wir wirklich dorthin eine gemeinsame Reise machen wollen.

    Das vorliegende Buch ist ein kompakter und zugleich handlicher Reiseführer, der alles bietet, was man so braucht. Schon beim ersten Aufschlagen fällt die praktische Spiralbindung auf. In den Klappen des Covers verstecken sich Karten der Insel. Vorne wird eine Abbildung der Insel mit der Kapiteleinteilung gezeigt, hinten das Straßennetz Madeiras. Wer es genauer will, der nimmt sich die kleine Reisekarte, die sich ebenfalls noch hinten im Buch findet. Die kann man sogar herausnehmen und vor Ort für Fahrten oder Planungen nutzen. Echt praktisch. Ich mag es sehr, wenn man zum eigentlichen Reiseführer noch solche Zugaben erhält, die einfach hilfreich sind.

    Die immer wieder zwischen die vielen Infotexte und Kästen eingestreuten Bilder machen Lust auf die Insel, genauso wie die Beschreibungen. Stellt sich nur die Frage, wo man am besten anfangen soll. Funchal ist für viele sicherlich der Ausgangsort, wenn sie mit dem Flugzeug ankommen, aber auch das Umland, das zentrale Bergland, der Westen und der Osten Madeiras haben unzähliges zu bieten. Hier wird jeder fündig, egal ob er sich eher für Kultur, Natur oder Traditionen interessiert. Mir gefällt, wie vielseitig das Büchlein ist und wie viele Infos sich auf den gut 220 Seiten finden. Alles drin, was man so braucht! Sogar Argumente, warum man wiederkommen sollte ... Am besten gefällt mir: Am Traumstrand von Porto Santo gibt es noch jede Menge goldene Sandkörner zu zählen.

  • Glück ist flüchtig und fragil, aber wir Menschen sind süchtig danach. Viele sind immer wieder auf der Jagd nach dem kostbaren Gut und vergessen dabei, dass das Glück manchmal doch so nah sein kann. Und manchmal auch ganz klein. Das vorliegenden Buch verspricht im Untertitel "entdecken, wegträumen, reflektieren" und das geht ganz wunderbar mit dem in Rosa und Gelb gehaltenenen Schmuckstück.

    Egal, welche Seite man aufschlägt, man findet sich vor einem wunderschönen Bild wieder, das sofort einlädt. Einlädt zu träumen, zu lesen, zu schauen, wo man sich gerade befindet. Manche Orte sind am anderen Ende der Welt, andere quasi um die Ecke. Gemeinsam ist allen, dass man sie gerne besuchen und entdecken würde. Und so eignet sich das Buch auch perfekt als Geschenk für alle Tagträumer und Reiselustigen.

    Besonders gut gefällt mir die Mischung aus atmosphärischem Bild, Text, der informiert und inspiriert und den schönen Zitaten oder Sinnsprüchen. Jede Doppelseite ist ein kleines Kunstwerk. Eine tolle Idee ist die Liste unter dem Titel "Meine Glücksorte" am Ende des Buchs, in der man alle Orte, die man schon kennt oder gesehen hat, abhaken kann. Weitere drei Seiten mit Fragen zum Glück unter dem Motto "Das leise Glück im Alltag", "Gemeinsam glücklich sein" und "Das innere Leuchten" runden das Buch wunderbar ab. Hier kann man sich auf die ganz persönliche Suche nach dem eigenen Glück machen. Wichtige Fragen, bei denen es sich lohnt, darüber nachzudenken!

    Ein wirklich schönes Buch, das ich immer und immer wieder gerne zu Hand nehmen. Glück kann so einfach sein, einfach mal blättern ...

  • Die Geister von La Spezia von Oliver Plaschka

    Auf dieses Buch war ich sehr gespannt, denn natürlich ist mit die berühmte Autorin Mary Shelley, Autorin von Frankenstein, ein Begriff. Diese Geschichte hier, dass sie um ihren Mann trauert, war mir aber völlig neu und ich neugierig. Ich mag es, wenn bekannte Figuren - egal, ob real oder aus der Literatur - als Romanfiguren dargestellt werden. Die Frage "Was wäre, wenn ..." finde ich immer ganz besonders spannend.
    Hier geht es um den ertrunkenen Ehemann von Mary. War es ein Unfall oder vielleicht sogar Mord?
    Gemeinsam mit der exzentrischen Ermittlerin Pat will Mary diesem Geheimnis auf die Spur kommen. Spannend ist, wie das geschehen soll, denn Pat hat da ihre ganz besonderen Methoden und erlebt so quasi noch einmal neu, was Mary erlebt hat. Das fand ich eine echt coole Idee.
    Gleichzeitig hat das Buch so seine Längen und es dauert ein bisschen, bis man reinwächst. Wenn man sich dann aber auf die Geschichte einlässt und mitfiebert, wird es richtig spanennd und packend! Ein wirklich interessantes Buch, das zwar nicht ganz einfach zu lesen ist, aber mich wirklich gut unterhalten hat.

  • Giftiger Grund von Thomas Knüwer

    Schon beim ersten Blick auf das giftgrüne Cover, das so gut zum Titel Giftiger Grund passt, und auf die interessante und packende Kurzbeschreibung war mir sofort klar, dass ich dieses Buch wahnsinnig gerne lesen möchte. Es hat 2024 den deutschen Krimipreis gewonnen - da bin ich dann eigentlich immer vorsichtig, denn leider sind gehypte Bücher oft nicht das, was mir dann wirklich gefällt.
    Hier aber war ich nach wenigen Seiten mittendrin und habe das Buch sehr gerne und flott gelesen. Es bietet alles, was ein guter Krimi haben sollte: Gänsehaut, Grusel und immer wieder den Drang, noch schneller zu lesen, um endlich zu wissen, was passiert ist, warum wer wie agiert hat und wie es ausgehen wird. Bis zur letzten Seite hat mich das Buch spannend in Atem gehalten und mir viele Stunden Lesegenuss geschenkt. Gerne mehr davon, das war spitze!

  • Alt genug von Ildikó von Kürthy

    Schon früher habe ich voller Begeisterung die Bücher von Ildikó von Kürthy gelesen. Los ging es als Teenie mit Mondscheintarif, irgendwann viele Jahre später kam dann Neuland, das mich ebenfalls bezaubert hat. Auch wenn ich runde 15 Jahre jünger bin, habe ich so oft den Eindruck gehabt, dass die Autorin perfekt in Worte packen kann, was ich empfinde. Umso begeisterter war ich natürlich, als ich nun "Alt genug" mehr oder weniger durch Zufall in die Finger bekam. Es war, als sollte das Buch bei mir ankommen. Und ich habe es aufgeschlagen und bin auch angekommen.
    Nach nur wenigen Zeilen war ich völlig im Bann und hätte das Buch am liebsten einfach immer weitergelesen. Leider hat mich der Alltag davon abgehalten, aber das hatte auch das Gute, dass ich das Buch über mehrere Tage genießen durfte.
    Sie schreibt mir einfach aus dem Herzen, so vieles kann ich so gut nachvollziehen. Natürlich ist bei mir vieles auch ganz anders, aber trotzdem ist es, als würde eine liebe Freundin erzählen, als würde vielleicht sogar ein Teil von mir schreiben. Vermutlich ist es genau das, was die Bücher von Ildikó von Kürthy so erfolgreich macht. Die Authentizität, das Wiedererkennen beim Lesen, der Gedanke "das kenne ich auch". Schon jetzt freue ich mich darauf, das Buch nochmal zu lesen! Aber zuerst bekommt es meine Schwester, der ich nur meine liebste Lektüre weitergebe!

  • Seit wir vor vielen Jahren zu einer Hochzeit in der Nähe von Rotterdam eingeladen und zufällig am Abend vorher in Scheveningen am Strand gelandet sind, lieben wir diese Ecke. Auch vorher waren wir schon an verschiedenen Orten in den Niederlanden unterwegs und lieben das kleine Nachbarland sehr. Von NRW aus hat man die Grenze ja immer recht schnell erreicht und ist dann schon sofort im Urlaub. Die Lebensfreude und die komplett andere Lebensart tun uns immer wieder gut und wir sehen uns schon jetzt nach unserem nächsten Aufenthalt. Tatsächlich haben wir The Hague zur Lieblingsstadt erkoren und reisen immer und immer wieder gerne hin. Delft ist eine Welt für sich und immer wieder einen Besuch wert, genau wie die Weltstadt Rotterdam.
    Also kennen wir uns tatsächlich schon recht gut aus und waren nun natürlich neugierig, was uns dieser kleine, kompakte Reiseführer noch alles bieten kann. Ich hab das Buch einfach mal willkürlich aufgeschlagen und bin auf einer Seite mit Restauranttipps für Den Haag gelandet. Wie herrlich! Da gibt es noch richtig viel zu entdecken, da habe ich ganz viele tolle Tipps gefunden.
    Auch Delft werden wir auf jeden Fall nochmal einen ordentlichen Besuch abstatten, da gibt es noch so viel zu sehen. Was mich auch neugierig gemacht hat, sind die Erlebnistouren. Vier Stück und alle finde ich sehr ansprechend. "Auf zwei Rädern durch die Dünen Den Haags" ist meine erste Wahl. Schon lange wollten wir mal Räder ausleihen, jetzt weiß ich auch, wohin wir fahren können. In den Dünen waren wir schon öfter spazieren, so absolut faszinierend, wie viel Natur dort ist und wie wenige Menschen es sind. Und das, obwohl man immer mal wieder einen Blick auf Skyline der großen Stadt Den Haag werfen kann. Kein Wunder, dass die Stadt als grünste der Niederlande gilt.
    Auch die Karte hinten im Klappenteil gefällt mir gut, eine praktische Zugabe zum Reiseführer. Ich kann dieses Buch nur wärmstens empfehlen, man findet auch noch viele Tipps und Ausflugsideen, wenn man die Region schon kennt!

  • Lieber ECHT kaputt als perfekt am Arsch von Birgit Jankovic-Steiner

    Auf dieses Buch war ich sehr gespannt und neugierig. Ich habe in meinem Umfeld einige Menschen, die an Burnout und/oder Depression erkrankt sind und da macht man sich schon so seine Gedanken. Ich habe auch den Eindruck, dass es immer mehr Menschen gibt, denen es so geht. Ich mag Bücher, die Ratschläge geben oder von eigenen Erfahrungen berichten. Hier war es mit leider manchmal zu abstrakt und daher zu wenig griffig. Auch hätte ich mir mehr praktische Tipps und Beispiele erhofft und gewünscht.

    Die Autorin schreibt gut und anschaulich, driftet aber immer wieder auch ins Esoterische oder Übersinnliche/Überiridische ab. Da finden sich sicherlich viele Leser selbst gar nicht mehr und auch mir fiel es schwer, das dann immer so nachzuvollziehen.

    Gleichzeitig hat man schon den Eindruck, dass sie weiß, wovon sie schreibt. Vieles hat man allerdings schon mehrfach gelesen oder gehört, wenn man sich mit diesen Themen bereits beschäftigt hat. Sich selbst gegenüber nicht so streng und gnadenlos zu sein, sich stattdessen liebevoll wie eine Freundin zu betrachten, sich nicht jede Verantwortung aufzubürden, anderen und auch sich selbst zu vergeben, und die eigenen Ansprüche an sich selbst nicht zu hoch zu schrauben, sich nicht immer und immer weiter als Opfer zu sehen, sondern einen Schritt nach vorne zu gehen, das hinter sich zu lassen, es als Teil der eigenen Geschichte anzunehmen und sich nicht immer mit anderen zu vergleichen … vieles davon war mir bekannt, gleichzeitig ist es aber auch, das alles nochmal gebündelt zu lesen. Ich mochte den positiven Ton des Buchs und die Aussage, dass man sich nicht immer großartig finden muss, um sich selbst lieben zu können. Aber ein bisschen was hat gefehlt – vielleicht Beispiele aus der Praxis oder konkretere Tipps, was hilft.

  • Da ich bereits „Die büchersüchtige Braut des Earls“ gelesen hatte, war ich natürlich neugierig, wie es mit der Familie weitergeht. Normalerweise ist das echt nicht mein Genre und auch hier habe ich wieder gemerkt, dass mir die expliziten erotischen Szenen zu viel waren. Ich brauche das nicht und schon gar nicht in einem historischen Roman, aber offensichtlich gehört es ja dazu. Und immerhin sind es hier nur wenige Szenen, in denen es richtig zur Sache geht.

    Die Geschichte als solche hat mir gut gefallen und spiegelt auch die Regeln und Konventionen der damaligen Gesellschaft gut wider, denke ich. Das fand ich wirklich interessant zu lesen und ich mochte auch die beiden Hauptfiguren, die Braut kannte ich ja bereits aus dem anderen Buch, und die Irrungen und Wirrungen, bis sie sich gefunden haben.

    Nett finde ich die Idee mit dem Bonuskapitel, das man sich kostenlos holen kann, wenn man am Ende des Buchs angelangt ist.



    Was mich aber echt stört, sind die Sprache des Buchs und die vielen Fehler und Ungereimtheiten im Text. Da stellt sich leider schon an der einen oder anderen Stelle die Frage, ob das eine KI geschrieben oder übersetzt hat. Und das verdirbt mir dann den Spaß. Außerdem stört es den Lesefluss enorm. In diesem Buch ist mir das auch noch krasser aufgefallen als im vorherigen Buch. Daher gibt es leider zwei Sterne Abzug.

  • Wasser, Felsen, Wut von Sara Pütter; Reisedepeschen

    Auf dieses Buch war ich sehr gespannt, weil mich die Geschichte wirklich neugierig gemacht hat. Auch das etwas andere Cover fand ich interessant. Ich habe das Buch wirklich gern gelesen, aber es sind zwei Sachen, die mich irritiert haben. Zehn Jahre nach den Ereignissen wurde dieses Buch erst verfasst. Und da frage ich mich dann, was ist von den Gedanken damals übriggeblieben, bewertet man sie als Autorin dann mit der Erfahrung dieser zehn Jahre nochmal neu? … zumal die Autorin ja erst Anfang 20 war, als das alles passiert ist, und da sind zehn Jahre dann schon eine enorme Zeitspanne.

    Was mich außerdem gestört hat, ist, dass sie den beiden Personen, mit denen sie hauptsächlich in der Wildnis Kanadas unterwegs war und offensichtlich auch so prägend, nicht dankt, während im Nachwort viele Leute erwähnt wurden. Auch wenn es vielleicht schwierig geendet hat, hätte ich das schon erwartet – zumal sie ja unbedingt mit auf diese spezielle Reise wollte. Ich möchte nicht bewerten, wie die Beziehung zwischen den beiden wirklich war, und ob er seine starke Position gegenüber einer so jungen Frau ausgenutzt hat – ja, vermutlich ist das so und vor allem in der Nachschau dann schwer zu ertragen –, aber sie ist freiwillig mit in die Wildnis gegangen, wollte das unbedingt, hat andere Pläne dafür sausen lassen und sagt, wie wichtig es für sie war … Das hat mich etwas verwirrt zurückgelassen. Aber vielleicht war sie selbst damals nicht in der Lage, einen klaren Schlussstrich zu ziehen und einfach zu gehen – so wie sie es vorher durchaus gemacht hatte. Sara Püttners Verhalten, vor allem im Bezug auf Männer, konnte ich nicht immer nachvollziehen.

    So oder so fand ich das Buch gut zu lesen. Die Geschichte der Autorin ist interessant und sicherlich machen viele Menschen ähnliche Erfahrungen, zumindest was die Zerrissenheit und Unsicherheit beim Aufwachsen und Erwachsenwerden betrifft. Gut gefallen haben mir die Ehrlichkeit und die tiefen Einblicke, die sie zum Teil gewährt. Aber vor allem auch die Naturerlebnisse haben mich sehr berührt. Die Auseinandersetzung mit der eigenen Endlichkeit, Leben und Tod, Sterben, das Töten und Essen von Tieren und die Frage, warum man tut, was man tut, fand ich spannend und regen zum Nachdenken an. Die Schilderungen der Natur, der Landschaft, der Tierbeobachtungen und Wanderungen, des Lebens unterwegs und im Camp haben mir sehr gefallen. Besonders toll sind die Illustrationen, die die Autorin selbst gezeichnet hat. Davon hätte ich gerne noch viel mehr gesehen!