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BERG 2026 markiert die bereits 150. Ausgabe des Alpenvereinsjahrbuchs in 160 Jahren und so verwundert es nicht, dass sich der thematische Leitfaden von BergFokus dem „Wandel“ widmet. Kaum ein anderes Stichwort könnte die Situation der Alpen im Jahr 2026 treffender einfangen: vom Rückzug der Gletscher über veränderte Wahrnehmungen der Natur bis hin zu den großen und kleinen menschlichen Eingriffen, die die Landschaft prägen. Dass auch die Sprache selbst im Umbruch ist, zeigt das Projekt „Alpenwort“, das den alpinen Wortschatz seit 1869 unter die Lupe nimmt.
Im Kapitel BergWelten wird der Großvenediger in den Mittelpunkt gerückt – und damit jener Berg, der bereits die Erstausgabe von 1865 zierte. Warum ein vermeintlich „langweiliger“ Berg dennoch so faszinierend ist, welche Rolle die sogenannten Alpen-Sherpas spielen, und wie kaum bekannte historische Ereignisse wie die „Krimmler Judenflucht“ bis heute nachwirken, wird kurzweilig beleuchtet.
BergMenschen rückt wie immer besondere Persönlichkeiten in den Mittelpunkt. Ob Hüttenwirtin Heidi Wettstein, Verleger und Alpenvereinspionier Felix Liebeskind oder Wanderbuchautor Walter Mair: Es sind Lebenswege, die zeigen, wie eng Biografien und die Bergwelt miteinander verwoben sein können.
In BergSteigen geht es dann um die kleinen und großen Herausforderungen des modernen Alpinismus. Sei es der richtige Umgang mit Free Solo, das Problem von Sexismus in den Bergen, die Frage nach der Eigenverantwortung oder wie man den Skitourenboom naturverträglich lenken kann. Und natürlich kommt man 2026 nicht am E Bike vorbei – der „Uphill Flow“ polarisiert, fasziniert und spaltet gleichermaßen. Aufschlussreich ist auch der Beitrag über den Bergstock („Zeitgemäß unzeitmäßig und einfach praktisch“).
Das Kapitel BergWissen schlägt den Bogen zurück zum Naturschutz und zur Naturwissenschaft. Besonders spannend ist der Beitrag über die Gams und die Frage, ob sich die Art durch den Klimawandel verändern könnte. Dazu kommen Sternenfotografie in den Bergen, Klimastrategien der Alpenvereine und weitere Forschungsansätze, die den Band mit fundiertem Wissen abrunden.
Zum Schluss präsentiert die BergKultur einen abwechslungsreichen Mix: einen literarischen Beitrag des Büchner Preisträgers Clemens J. Setz, komplett von ChatGPT verfasste Schauergeschichten und eine pointierte Auseinandersetzung mit dem Streitthema „Wolf“ (und seiner Ähnlichkeit mit dem Menschen).
Fazit: BERG 2026 ist ein Jahrbuch, das den Wandel in der alpinen Welt umfassend darstellt und in seine unterschiedlichen Facetten einordnet. Für alle, die sich für Bergthemen und alpine Entwicklungen interessieren, eine empfehlenswerte Lektüre.
Reinhold Stecher prägte als Bischof die Diözese Innsbruck nachhaltig durch seinen Einsatz für Offenheit, Dialog und gelebte Nächstenliebe. Aber er war nicht nur Theologe und Seelsorger, sondern auch Widerstandskämpfer, Kunstliebhaber, Buchautor, Bergsteiger und nicht zuletzt ein begabter Maler.
Mit zwölf liebevoll gestalteten Aquarellen von Reinhold Stecher ist dieser Kalender ein stimmungsvoller Begleiter durch das kommende Jahr. Hochwertig im A3-Format gedruckt, zeigt die Auswahl schöne Motive aus der Innsbrucker Gegend, dem Wienerwald, Südtirol und Frankreich. Jede Kalenderseite enthält einen besinnlichen Text, der zum Innehalten und Nachdenken einlädt. Die Beiträge stammen unter anderem von Vaclav Havel, Papst Franziskus und Reinhold Stecher selbst.
Der Kalender präsentiert zwölf ausgewählte Berghütten in Tirol mit schönen Fotografien, die fast ausschließlich vom erfahrenen Journalisten und Autor Stefan Herbke stammen. Jede Monatsseite zeigt eine neue Hütte, ergänzt durch kurze Informationen zu Lage, Zustieg, Kontaktmöglichkeiten, besonderen Hüttenschmankerln und weiteren nützliche Informationen. Durch seine kompakte Größe (34*15 cm) eignet sich der Kalender hervorrragend als täglicher Planer (inklusive Mondphasen und Namenstagen), als Wandschmuck ist er hingegen weniger geeignet, dazu ist er zu klein.
Was wären die Alpen ohne ihre zahlreichen, urigen Hütten? Objektiv betrachtet sind sie sicherlich genauso beeindruckend und schön, doch emotional würde etwas fehlen, das den Reiz der Berge ausmacht. Viele anspruchsvolle Touren wären ohne die Stützpunkte, die selbst in großer Höhe ein Gefühl von Zivilisation vermitteln, nicht möglich oder nicht erstrebenswert. Die meisten der 30 Hütten in Nord-, Ost- und Südtirol, die in diesem schönen Bildband von Stefan Herbke beschrieben werden, sind über 100 Jahre alt, einige mehr, andere weniger renoviert; stets jedoch sind sie ein beliebtes Ziel für Wanderer.
Jede der vorgestellten Hütten hat ihre eigene Geschichte, ebenso wie ihre Wirtinnen und Wirte, die im Mittelpunkt der Erzählungen stehen. Einige von ihnen bewirtschaften die Hütten bereits seit Generationen mit ihren Familien, für andere ist es die Erfüllung eines Lebenstraums oder der Ausstieg aus dem Leben im Tal. Wer eine Hütte betreiben möchte, muss viel Leidenschaft und Herzblut für das Leben als Hüttenwirt(in) mitbringen. Dabei sollte man sich bewusst sein, dass in den vier bis fünf Monaten, in denen eine Hütte normalerweise geöffnet ist, Schlaf eher Mangelware ist und harte Arbeit im Vordergrund steht. Dieses Engagement ist bei allen, mit denen sich der Autor unterhalten hat, deutlich spürbar, und so wird die Lektüre ihrer Lebensgeschichten zu einem kurzweiligen Vergnügen. Zudem erfährt man viele Details über die Hütten, die einem normalen Gast sonst verborgen bleiben.
Die „Facts“ zu jeder Hütte enthalten praktische Informationen zum Kontakt, zu besonderen „Schmankerln“ oder anderen Annehmlichkeiten, zur (öffentlichen) Anreise und zu den Zustiegsmöglichkeiten. Darüber hinaus gibt es jeweils einen übersichtlichen Kartenausschnitt und zwei bis drei Tourenvorschläge, sei es der Hausberg oder auch anspruchsvollere Bergtouren. Insgesamt ist es ein sehr gelungenes Buch, mit vielen schönen Bildern des Autors, das Lust macht, die Hütten zu besuchen und neue Bergmenschen sowie Bergregionen in Tirol kennenzulernen.
Wussten Sie schon? Die größte evangelische Gemeinde in Österreich, zumindest prozentual gesehen, befindet sich nicht in Wien, sondern in Ramsau am Dachstein. Hier sind 75 % der Bevölkerung Protestanten. Diese und viele weitere interessante Fakten finden Sie im diesjährigen Themenschwerpunkt „Dachstein“ in den BergWelten. Das berühmte Bergmassiv, das sich über Oberösterreich, die Steiermark und Salzburg erstreckt, symbolisiert den unaufhaltsamen Wandel der Alpen. Früher ein beliebtes Gletscherskigebiet, wurden die Skilifte inzwischen abgebaut und durch neue Attraktionen ersetzt. Besonders beliebt sind die zahlreichen Klettersteiganlagen rund um den Dachstein. Ob diese Entwicklung nachhaltig ist, bleibt jedoch abzuwarten.
Was früher nur Profis oder ambitionierten Amateuren vorbehalten war, ist heute dank leistungsstarker Smartphones für fast jeden möglich – das Fotografieren. Wie viele andere Handwerke auch, hat das Bildermachen in den letzten Jahrzehnten eine rasante technische Entwicklung durchlaufen. Was das für die Fotografie in den Bergen bedeutet und woran man dennoch jemanden erkennt, „die/der es kann“, darüber berichtet der BergFokus.
Das Kapitel BergMenschen widmet sich, mal mehr, mal weniger bekannten Persönlichkeiten: Die jüdische Bergsteigerin Ilse Frischmann überlebte die NS-Zeit und war eine wahre Pionierin ihrer Zeit. Gerlinde Kaltenbrunner hat in den höchsten Regionen der Erde alles erreicht und geht nun andere, zum Teil sanftere Wege. Kuno Rainer war wohl das, was man als einen echten Haudegen bezeichnet und Nikolaus Raggl zählt „vielleicht ein Stück weit zu den Rettern der Welt“.
Die zahlreichen Höchstleistungen des Bergsportjahres sind wie immer Mittelpunkt von BergSteigen, aber es fehlen auch nicht die ruhigeren Töne, wie die liebevollen Worte, die Tom Dauer seiner dementen Mutter widmet oder eine Huldigung an ein halbes Jahrhundert „Im extremen Fels“, dem Klassiker von Walter Pause.
Wer wissen will, ob die Alpen noch wild sind, welche Lehren wir aus Fossilien in den Dolomiten ziehen können oder was es mit dem Phänomen der weißen Bäche auf sich hat, kann sich BergWissen aneignen.
Unverstanden und dennoch einzigartig – so lässt sich der Maler Carl Brizzi samt seinen Werken treffend beschreiben. Mit seinen Kreuzspitzpanoramen hat er der Nachwelt eine neue Perspektive auf die Berge eröffnet. Wenn der Blick nur noch auf das vermeintlich Schöne gerichtet ist, wird es dem Autor Georg Bayerle zu bunt und das tut er dann in „Die Schlanken und die Wampen“ kund. Das Alpenvereinsjahrbuch und die BergKultur enden mit einem besonderen Highlight: Ein Schafbauer aus Vorarlberg, dessen Kunstverständnis und Lebensanschauung den eigentlichen Aufhänger des Beitrags, Antony Gormleys „Horizon Field“, gekonnt in den Schatten stellen.
In bewährter Manier bietet auch die 149. Ausgabe des Jahrbuchs einen umfassenden Rück- und Ausblick auf vergangene, aber auch zukünftige alpine Jahre, bei dem für jeden, der sich für die Berge oder den alpinen Lebensraum interessiert, etwas dabei ist.
Berg- und Skitourenbücher gibt es selbstverständlich schon zur Genüge, doch immer wieder gibt es tolle Neuveröffentlichungen am Büchermarkt, die beweisen, dass noch nicht schon über alles geschrieben wurde und dass es in unseren Alpen noch viel zu entdecken gibt.
Der gebürtige Münchner Stefan Herbke ist kein Unbekannter im Bergjournalismus und kennt sich in den Österreichischen und Südtiroler Bergregionen besten aus. In diesem etwas anderen Tourenbuch, das schon allein durch den raffiniert bedruckten Einband besticht, stellt er nun 22 mehr oder weniger bekannte Regionen vor. Sicherlich, das Sellraintal kennt man wohl, am Achensee sind die meisten schon vorbei gefahren, genauso wie in Obernberg am Brenner. Andere Gegenden, wie Campill in den Dolomiten, die Steirische Krakau oder der Bregenzerwald sind eher etwas für Insider. Die vielen schönen Touren, die es in den vorgestellten Regionen im Winter zu entdecken gibt, sind, neben einigen Klassikern, wohl nur wenigen bekannt. Je Gebietsschwerpunkt werden 3-4 Touren vorgestellt, verbunden mit kleinen Anekdoten über bekannte oder unbekannte Einheimische und zahlreichen, tollen Bildern. Die Rubrik „Facts“ klärt jeweils über die Anreise, Übernachtungsmöglichkeiten, lohnenswerte Aktivitäten und über das, was man auf keinen Fall verpassen sollte, auf. Detaillierte Tourenbeschreibungen und Überblickskarten unterstützen zusätzlich bei der Tourenplanung.
Der nächste Winter kommt bestimmt und wenn Frau Holle es gut mit uns meint, dann steht einem himmlischen Skivergnügen nichts im Wege. Zweifelsohne ist dieses Buch bestens dafür geeignet, schon einmal mit dem Träumen in Weiß zu beginnen.
Am Beispiel des Watzmanns zeigt sich die ganze Vielfalt alpinistischer Unternehmungen. Ob erfahrener Bergwanderer, der die Überschreitung sorgfältig mit einer Übernachtung im Watzmannhaus plant, dem „Turnschuh-Touristen“, der sich nach einem Wettersturz aus der Wand retten lassen muss, oder dem alpinen Läufer, der die sonst für eine Umrundung erforderliche Zeit mit 2:47 Stunden quasi pulverisiert. Neben der Zugspitze ist der Watzmann sicherlich das begehrteste Bergziel in Deutschland. Grund genug, dass das Alpenvereinsjahrbuch BERG 2024 dem massiven Gebirgsstock und den Berchtesgadener Alpen, inklusive des Nationalparks im Südosten der Republik, das Kapitel BergWelten widmet.
BergFokus beschäftigt sich mit der sog. „Alpen-WG“ – während die großen Städte wie Bozen, Grenoble oder Innsbruck ständig wachsen, sieht es in vielen Regionen bzw. Dörfern ganz anders aus. Doch in einigen Alpentälern zeigt sich eine Umkehr von dieser Entwicklung, die Menschen kommen zurück, auch dank der Möglichkeiten der neuen digitalen Technik und von New Work. Wie Tourismus sanft und nachhaltig funktionieren kann, beweisen die mittlerweile 36 Bergsteigerdörfer der Alpenvereine und weitere überregionale Initiativen. Lesenswert ist die Geschichte über die Mure und den Schwarzfleckigen Ameisenbläuling, die ein kleines Südtiroler Alpental vor dem Schotterabbau bewahrten und das Lebenswerk eines Kräuterbauern (der auch das Titelbild ziert) retteten.
Protagonisten von BergMenschen sind, wenn wundert es, die Menschen, die sich in den Bergen, und das nicht nur in den Alpen, einen Namen gemacht haben oder sonst wie eine erzählenswerte Lebensgeschichte haben. Stellvertretend für die anderen, mehr oder weniger bekannten Persönlichkeiten, seien hier die Fotografin Monica Dalmasso, die mit ihren Bildern, die Grenze zwischen Traum und Realität gekonnt verschiebt und „Innsbrucks kühnste Kletterin“ Cezi Sild, der sogar ein Berg im Kaukasus geschenkt wurde, genannt.
In kaum einer anderen Region der Erde wird der Klimawandel deutlicher als in den Alpen. Wege, die einst problemlos begehbar waren, sind nach Starkregenereignissen verschwunden, Zustiege zu Gletschern müssen mit langen Leitern überbrückt werden und wo gestern Schnee und Eis war, ist heute nur noch Geröll und Stein. „Eine Zeitenwende im Hochgebirge“, so wie der Titel im ersten Beitrag von BergSteigen erahnen lässt. Begrüßenswert ist hingegen die Tendenz, dass immer mehr Bergsteiger, insbesondere die der jüngeren Generation, auf das Auto oder das Flugzeug verzichten, und dafür eine längere Anreise, teilweise über mehrere Wochen hinweg, in Kauf nehmen. Und König Ortler beweist es einmal wieder; man muss nicht weit reisen, um spannende Rätsel der Alpingeschichte (gemeint ist hier die Route der Erstbegehung) zu lösen.
Weitere interessante, mal mehr, mal weniger spannende Erzählungen und Berichte liefern die Kapitel BergWissen und BergKultur. Das Themenspektrum ist sehr weit: von posttraumatischen Belastungsstörungen beim Bergsteigen, dem „Problem Wolf“ in den Alpen, den Außenlagern des KZ Dachau in den Bergen bis hin zu brennenden Schneekanonen, besungen von Tiroler Hip-Hoppern, um nur einige der Geschichten zu nennen.
Kurzum, wieder ein gelungenes Jahrbuch der deutschsprachigen Alpenvereine, genauer gesagt, die Ausgabe mit der Nummer 148.
Das westlichste Bundesland Österreichs steht vielleicht etwas im Schatten seines berühmten Nachbarn Tirol. Aber das „Ländle“ hat mit Sicherheit nicht weniger zu bieten und verfügt außerdem über einen Zugang zum Bodensee, dem drittgrößten See Mitteleuropas. Wobei wir schon beim Thema wären: Wasser. Gerne einmal als "Quelle des Lebens" bezeichnet ist es auch Quelle der Lebensfreude, denn was kann man sich Schöneres vorstellen, als ein paar Stunden oder sogar einen ganzen Tag am Wasser zu verbringen.
Genau hierzu lädt das Buch ein und gibt 101 Anregungen wie man im Rheintal, im Bregenzer Wald, im Montafon oder den weiteren Regionen Vorarlbergs dem Wasser möglichst nah sein kann. Jede Tour bzw. jedes Ziel werden kurz beschrieben und das ganze natürlich mit zahlreichen Bildern dem geneigten Leser schmackhaft gemacht. Highlights und Einkehrmöglichkeiten dürfen natürlich auch nicht fehlen, ebenso wenig wie die Hinweise zur Anfahrt mit den Öffis und Kartenaussschnitte mit eingezeichneter Route. Praktisch: die QR-Codes zu jedem Ausflugsziel, mit der man sich den Startpunkt via Google Maps anzeigen lassen kann. Die Autorin hat alle Touren selbst recherchiert (denn nahezu alle Bilder stammen von ihr selbst) und das merkt man dem Buch auch an.
Eine gute Inspiration, um mal wieder ein Tag am Wasser zu verbringen. Und selbstverständlich auch, um dem Ländle einmal wieder einen Besuch abzustatten.
Es ist schon gute Tradition – neigt sich das Jahre dem Ende zu, ist es Zeit für das Jahrbuch „Berg 20XX“ der deutschsprachigen Alpenvereine. Dann lassen zahlreiche renommierte Autor:innen der alpinen Literatur das vergangene Bergjahr Revue passieren und beleuchten aktuelle Themen, die die Bergwelt bewegt. Den Charme des Buches machen aber auch solche Geschichten aus, die man eben nur hier und sonst nirgends woanders findet. Ein Paradebeispiel dafür ist in diesem Jahr die Hommage von Stefan Kranebitter an den vielfach geschmähten Kletterpatschen. Es geht nicht ohne ihn, aber trotzdem erfährt er nicht die Anerkennung, die ihm eigentlich zu Teil werden sollte. Das ist jetzt Geschichte, da sich der Autor zum Glück entschloss, seine liebevollen, bereits über 10 Jahre alten Zeilen über den treuen Wandgefährten zu veröffentlichen.
Ein Highlight im Ötztal, und nebenbei auch noch die zweithöchste Erhebung Österreichs, ist zweifelsohne die Wildspitze. Grund genug, um im Kapitel „BergWelten“ in den Fokus gerückt zu werden. Und auch vor ihr macht der Klimawandel nicht halt, wie der Autor Bernd Ritschel in den letzten 45 Jahren, seitdem er das erste Mal auf ihrem Gipfel stand, feststellen muss. Zum Glück, so könnte man einwenden, gibt es ja auch noch die schönen Täler, so wie das Pitztal, wenn es in der Höhe ungemütlich wird. Das letzteres nicht auch zum Opfer des Massentourismus geworden ist, wenn auch nicht unbedingt freiwillig, stimmt positiv. Und die zunehmende Akzeptanz von heimischer Schafwolle aus dem Ötztal ist eine erfreuliche Entwicklung.
Der Dauerbrenner Mountainbike bzw. besser gesagt die Auseinandersetzung mit dem potentiellen oder tatsächlichen Konflikt mit Wander:innen darf natürlich auch in einem Jahrbuch nicht fehlen (siehe „BergFokus“). Dieser hat sicherlich durch die nicht mehr aufzuhaltende Erschließung der Berge durch E-Biker*innen eine neue Qualität angenommen.
Der gefährlichste Berg Nordamerikas ist doch der Denali, oder? Weit gefehlt, es ist der nur 1917 Meter hohe Mount Washington in New Hampshire. Grund dafür sind Wetterumschwünge und extreme Stürme, die schon über 150 Wander*innen das Leben kosteten. Allerdings kommen wohl auch jährlich eine viertel Millionen Menschen auf den Gipfel, was beim Denali nicht der Fall sein dürfte. Man sollte mit solchen Vergleichen also immer etwas vorsichtig sein und sie waren für einen der „BergMenschen“, den Wanderpionier Henry David Thoreau bei seiner Besteigung im 19. Jahrhundert auch kein Thema bzw. kam er wieder heil ins Tal.
Es würde zu weit führen, alle Themen des Jahrbuchs, das wie immer auch noch die Kapitel „BergSteigen“ (ein Highlight hier der sehr persönliche Beitrag von Jochen Hemmleb zu „seinem“ Everest, auf dem er bisher noch nie oben war), „BergWissen“ und „BergKultur“ (mit einem unglaublichen Flohmarktfund) enthält, zu beleuchten. Da kann man nur die persönliche Lektüre dieses wieder sehr gelungenen Jahresrückblicks empfehlen.
„Jeder, der Fahrrad fährt, ist mein Freund“. So sprach einst Gary Fisher, Mountainbike-Ikone der ersten Stunde und so lautet auch das einleitende Zitat zu diesem gelungenen Lehrbuch des Österreichischen Alpenvereins. Wer in jungen Jahren das Radeln erlernt hat, der kann es meistens ein Leben lang und das Mountainbiken macht da dem Grunde nach keine Ausnahme von dieser Regel. Wer allerdings einmal im schwierigen Terrain, insbesondere wenn es bergab geht, weiß wie wichtig es ist, sein MTB gut zu beherrschen. Hier gibt der Ratgeber viele und gute Tipps für die Praxis, die einem die Abfahrt erleichtern und dafür sorgen, dass man wieder sicher im Tal ankommt.
Natürlich hält das Buch viele andere wissenswerte Dinge rund um das Bergradeln parat und steht mit Rat und Tat zur Seite. Ob zur Ausrüstung, zur Wahl des richtigen Rahmens (Downhiller, Cross-Country-Fahrer oder Hobby-Radler?), zur Einstellung der Komponenten, zur Tourenplanung oder zu Fahrübungen mit Bike-Novizen und Co. – der lehrbuchhaftige Charakter dieses Handbuches (und man darf ja auch nicht vergessen, dass es ein Lehrbuch ist) wird niemals langweilig, das Layout ist modern und die Sprache, mit der die Autor:innen die Inhalte vermitteln, ansprechend und zuweilen witzig. Und viele kennen die Situation: da macht der Trail gerade am meisten Spaß, es tut einen gewaltigen Zischer und schon steht man, im wahrsten Sinne des Wortes, da. Klar, in dieser Situation wird man natürlich nicht das Handbuch dabei, aber die vorherige Lektüre hilft, um mit diesem Malheur umzugehen. Es sein denn man ist bereits ein absoluter Bike- und Technikprofi, dann erfährt man hier natürlich nicht viel, was man nicht bereits wusste. Aber an diese Leserschaft sind die 236 Seiten, im handlichen DIN A5 Querformat, auch nicht gerichtet.
Fazit: empfehlenswerter MTB-Guide für Einsteiger aber auch Fortgeschrittene!